Eiweißpulver für Sportler meist überflüssig

25.03.2020
Ein Eiweißshake nach dem Sport ist für manche fester Teil ihrer Trainingsroutine - allerdings ein verzichtbarer. Und auch manche Pulver versprechen mehr, als sie halten, wie eine Untersuchung zeigt.
Laut Experten sind Eiweißpulver als Nahrungsergänzung nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Laut Experten sind Eiweißpulver als Nahrungsergänzung nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Auf einen Eiweißshake nach dem Sport könnten die meisten Menschen aus Sicht der Stiftung Warentest verzichten. Der Körper brauche diese Extraportion Eiweiß in der Regel nicht, berichtet die Zeitschrift «test» (Ausgabe 4/20).

An Produkten mangelt es nicht. Die Bandbreite reicht von Eigenmarken der Drogerien über Markenhersteller bis hin zu Pulvern mit Insekteneiweiß oder veganen Bio-Alternativen.

Gut die Hälfte der Pulver war «in Ordnung»

21 Eiweißpulver hat die Stiftung Warentest einer Analyse unterziehen lassen. 11 waren demnach «insgesamt in Ordnung». 6 fielen durch eine schlechte Kennzeichnung auf, die falsche Erwartungen bezüglich der enthaltenen Aromen weckte. 4 waren mit Schadstoffen belastet und deshalb «nicht empfehlenswert». Noten vergaben die Tester für die Produkte zu Preisen zwischen 1,70 und 5,40 pro 100 Gramm nicht.

Doch die Ausgaben für die Pulver kann man sich aus Sicht des Ernährungswissenschaftlers Prof. Helmut Heseker sparen. Freizeit- und auch die meisten Leistungssportler seien durch die alltägliche Kost mit mehr als genug Eiweiß versorgt, erklärt Heseker in «test».

Eiweißpulver in Ausnahmefällen sinnvoll

Nur in Ausnahmefällen seien die Pulver als Nahrungsergänzung sinnvoll, so der Experte. Nämlich für Sportlerinnen und Sportler, die leicht sein und sehr diszipliniert sowie energiereduziert essen müssen. Das betrifft zum Beispiel das Skispringen oder Ballett.

Eine weitere Ausnahme gilt auf Reisen, wenn dabei keine vollwertige Ernährung möglich ist. In dem Fall kann man sich laut den Warentestern nach dem Training die Reserven durchaus mit einem Eiweißshake wieder auffüllen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
In seinem Buch «Strong Food. Das Kochbuch. Wer Muskeln will muss richtig essen» stellt Ingo Froböse auch ein Rezept für Protein-Pancakes vor. Foto: Justine Krzyzanowska/Becker Joest Volk Verlag/dpa Essen für mehr Power Wer schlank sein will, sollte nur wenig Kalorien zu sich nehmen? Das stimmt nicht, wenn der Körper gut trainiert ist. Denn Muskeln brauchen eine bestimmte Menge an Energie. Sportler achten am besten auf ein ausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen und Fett.
Fördert den Muskelaufbau: Sportler brauchen Eiweiß - müssen dafür aber nicht zwingend zu Protein-Shakes greifen. Denn eine ausgewogene Ernährung deckt den Eiweißbedarf von Erwachsenen in der Regel ab. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Warum Eiweiß für Sportler so wichtig ist Weniger essen, mehr bewegen - das ist der sicherste Weg, um Pfunde purzeln zu lassen. Dabei geht es aber nicht nur darum, einfach weniger zu essen. Entscheidend ist, was man isst.
High-Protein-Produkte liegen im Trend. Vor allem Sportler und Fitnesstreibende setzen auf eine eiweißbetonte Ernährung. Foto: Sabrina Hentschel/dpa-Zentralbild/dpa Was es mit dem Eiweiß-Hype auf sich hat Lebensmittel werden immer öfter mit Protein angereichert. Versprochen werden Fitness, Muskeln und purzelnde Pfunde. Ist das die Ernährung der Zukunft oder alles Quark - beziehungsweise Pudding?
Einige Stunden am Tag oder einige Tage pro Woche - Wer immer wieder Essenspausen einlegt und in dieser Zeit nur Wasser trinkt, tut seinem Körper tatsächlich etwas Gutes. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Fit und schlank - Intervallfasten entlastet den Körper Im Silicon Valley greift ein eigenartiger Trend um sich: Die Menschen verzichten stunden- oder tagelang auf Essen, um danach ordentlich reinzuhauen. Angeblich können sie sich besser konzentrieren. Gesund sein soll es auch noch. Was ist dran am Intervallfasten?