Die wahren Auslöser für Kaufsucht-Attacken finden

12.03.2019
Frust-Shopping ist teuer und hilft nur oberflächlich gegen Stress und negative Gefühle. Ärzte raten dazu, sich selbst Regeln zu geben - und eine Therapie zu beginnen.
Bis zu 6 Prozent der Bevölkerung leiden Schätzungen zufolge an Kaufsucht. Foto: Carsten Rehder
Bis zu 6 Prozent der Bevölkerung leiden Schätzungen zufolge an Kaufsucht. Foto: Carsten Rehder

Krefeld (dpa/tmn) - Kaufen, kaufen, kaufen - ohne dass man etwas braucht. Aus Stresssituationen oder einer unangenehmen Gefühlslage heraus stürzen sich manche Menschen in Shopping-Exzesse. Das kann in einer regelrechten Kaufsucht münden.

Die individuellen Auslöser sollten in einer Therapie identifiziert werden, rät der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN). Betroffene könnten sich darüber hinaus selbst Regeln setzen und beispielsweise nur mit Bargeld bezahlen und Kreditkarten bei ihrer Bank zurückgeben.

Eine weitere Strategie sei, die Ware vor dem Gang zur Kasse wieder zurückzulegen und das Geschäft zu verlassen. Denn bei manchen Süchtigen lasse der Drang nach, sobald sie die Kaufatmosphäre hinter sich gelassen haben.

Von Kaufsucht sind den Schätzungen zufolge zwischen 1 bis 6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Das problematische Verhalten beginnt oft vor dem 20. Lebensjahr und verläuft meist chronisch mit symptomfreien Intervallen, die Monate bis Jahre dauern können.

www.psychiater-im-netz.de


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Sich ab und an mal ein neues Teil zu gönnen - das ist ganz normal. Aber wenn sich das Kaufen von neuen Kleidungsstücken oder anderen Konsumgütern verselbstständigt, brauchen Betroffene Hilfe. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Kaufen bis zur Pleite - Wenn Konsum zur Sucht wird Im Elektronikmarkt die neueste Technik testen, in der Boutique durch die Regale stöbern oder mit ein paar Klicks im Internet bestellen: Vielen Menschen macht Einkaufen Spaß. Manche kommen aus dem Kaufrausch jedoch nicht wieder raus.
Ein wenig empfindlich zu sein, muss kein Nachteil sein. Behandlungsbedürftig können Ängste sein, wenn sie einen selbst belasten oder den Alltag einschränken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Wie empfindlich zu empfindlich ist Psychische Störungen verstecken sich oft gut. Deshalb braucht es einen Experten, der einschätzt, was pathologisch ist und was nicht. Und selbst ein positiver Befund heißt nicht zwingend, dass eine Therapie nötig ist.
Guter Schlaf ist wichtig. Wer mehrere Monate regelmäßig kaum schläft und bereits alles ausprobiert hat, sollte besser einen Arzt aufsuchen. Foto: Christin Klose Zehn Tipps für den besseren Schlaf Gedanken kreisen um die Sorgen von morgen, man kommt einfach nicht zur Ruhe: Unser Schlaf ist Seismograph von Körper und Seele. Etwa jeder dritte Deutsche schläft schlecht. Die meisten tun zu spät etwas dagegen.
Ist das Handy noch da? Menschen mit Nomophobie haben ständig Angst, ihr Mobiltelefon verloren oder irgendwo liegengelassen zu haben. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Panik vor Lächerlichkeit: Wenn Phobien zur Krankheit werden Angst vor feuchten Träumen oder dem Verlust des Handys: Was erst mal skurril klingt, kann Betroffenen heftig zu schaffen machen. Über 250 Phobien kennen Psychologen. Eine Verhaltenstherapie kann oft helfen, um die Ängste zu besiegen.