Detox-Diät: Was bringt eine Saftkur?

09.04.2021
Einige Tage nur Saft, Wasser und Brühe, darum geht es bei der Saftkur. So soll der Körper entgiften. Doch die Prozedur ist nicht ohne Risiko und bringt auch nicht immer den gewünschten Effekt.
Eine Saftkur soll den Körper entgiften und die Kilos purzeln lassen. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Eine Saftkur soll den Körper entgiften und die Kilos purzeln lassen. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Saarbrücken (dpa/tmn) - Eine Saftkur soll den Körper entgiften und die Kilos purzeln lassen. Diese Detox-Diät hat aber auch Kehrseiten. Der Ernährungscoach und Fitnesstrainer Niklas Schwarz erklärt, was es mit dieser Art des Fastens auf sich hat und worauf man achten sollte.

Die Durchführung ist recht simpel: Rund eine Woche vor dem eigentlichen Start sollte man laut Schwarz auf Alkohol, Nikotin und Kaffee verzichten und in den Tagen davor vor allem leichte Kost zu sich nehmen. Manche machen vorher auch eine Darmreinigung, zum Beispiel mit Hilfe von Glaubersalz.

Dann beginnt die Kur: Je nach Anwendung wird über drei bis sieben Tage jede Mahlzeit durch 200 bis 250 Milliliter Obst- oder Gemüsesaft ersetzt. In der gesamten Zeit der Saftkur darf zu den Säften nur Wasser, ungesüßter Tee und Gemüsebrühe getrunken werden.

Wohlbefinden oder Unwohlsein

Der erhoffte Effekt liege in einem gesteigerten Wohlbefinden und einem schnellen Gewichtsverlust, erklärt der Experte der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Doch es gibt laut Schwarz auch andere Erfahrungen: Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit in Folge der Kur, zum Beispiel.

Er weist zudem darauf hin, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zwar fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag empfiehlt - darunter ist aber nur eine Portion Saft vorgesehen.

Durch Säfte nimmt man eine Menge Fruchtzucker auf, was bei hohem Saftkonsum zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit führen kann. Die DGE warnt auch, dass eine strenge Saftkur zu einer Überversorgung des Körpers mit bestimmten Vitaminen und einen Mangel an Proteinen und Fetten führen kann.

Fragliche Wirkung

Die Wirkung von solchen Entgiftungskuren sei darüber hinaus wissenschaftlich nicht belegt, hält die DGE fest. Es sei fraglich, inwiefern dadurch der Stoffwechsel angeregt werde - das so schnell die Pfunde schmelzen, sei wahrscheinlich auf die geringere Energiezufuhr zurückzuführen.

Nach der Kur könnte es zu einem Jojo-Effekt kommen, so dass man das verlorene Gewicht schneller wieder drauf hat, als einem lieb ist.

Dennoch: Nach Einschätzung der Fachgesellschaft könnte eine Detox-Diät, wie es die Saftkur ist, der Einstieg in die Änderung des Essverhaltens sein. Die DGE rät aber, solche Kuren unter ärztlicher Aufsicht zu machen. Vor allem dann, wenn man Medikamente einnimmt. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten die Finger davon lassen.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-101960/3

DGE zu Entgiftungsdiäten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer es morgens eher deftig mag, startet mit einem Räucherlachs-Avocado-Dill-Aufstrich in den Tag. Dazu passt Dinkel-Roggen-Brot. Foto: Naumann & Göbel Verlag Vollwert-Ernährung: Clean Eating ist in Mode Naturbelassene Lebensmittel frisch zubereitet genießen - das ist die Kernidee von Clean Eating. Der Ernährungstrend findet wohl auch deshalb zunehmend Anhänger, weil er vergleichsweise unkompliziert ist und man fast nichts falsch machen kann.
Viele Menschen bevorzugen süße Getränke wie Limonade. Schädlich ist es vor allem für diejenigen, die zu Übergewicht neigen. Foto: Monika Skolimowska/dpa Was steckt hinter dem Ernährungstrend Zuckerfrei? Zucker hat viele Namen: Glukosesirup, Fruktose, Maltose oder Saccharose zum Beispiel. Klingt ungesund - aber ist es das auch? Ein Ernährungstrend dreht sich um die Abstinenz von dem «süßen Gift».
Iss, worauf du Lust hast! Das ist eines der zentralen Prinzipien hinter dem intuitivem Essen. Foto: Jo Kirchherr/Westend61/dpa-tmn Mit intuitivem Essen zum Wohlfühlgewicht Die Idealfigur erreichen - das ist der Traum vieler Menschen. Sie testen Diäten, wälzen Ernährungsratgeber und leben nach strengen Essensregeln. Doch es geht auch ganz anders.
Experten empfehlen, tierische und pflanzliche Eiweiße zu kombinieren. Klassiker sind etwa Pellkartoffeln mit Quark. Foto: Andrea Warnecke Zentraler Baustein: Wie Eiweiß die Ernährung wertvoll macht Eiweiß gilt spätestens seit dem Aufkommen der sogenannten Low-Carb-Diät als Wundermittel. Proteine sollen schlank und gesund machen und dabei helfen, das Gewicht zu halten. Wichtig ist wie so oft: Die Mischung macht's.