Depression nach der Geburt trifft auch Väter

15.08.2019
Nicht nur Mütter, sondern auch Väter sind nach der Geburt oft depressionsgefährdet. Grundsätzlich gilt: Je früher die Beschwerden behandelt werden, desto besser ist der Therapieerfolg.
Die Geburt eines Kindes kann nicht nur Glücksgefühle bei den Eltern auslösen. Die Herausforderungen können eine postpartale Depression verursachen - auch bei Vätern. Foto: Mascha Brichta
Die Geburt eines Kindes kann nicht nur Glücksgefühle bei den Eltern auslösen. Die Herausforderungen können eine postpartale Depression verursachen - auch bei Vätern. Foto: Mascha Brichta

Krefeld (dpa/tmn) - Nach der Geburt eines Kindes schwelgen Eltern nicht nur im Glück. Die psychischen und physischen Anforderungen der neuen Situation können auch bei Vätern eine sogenannte postpartale Depression auslösen, wie der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) erklärt.

Anzeichen für eine depressive Erkrankung: Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sexuelle Unlust und schwankende Stimmung. Bei Männern treten die Symptome oft nicht sofort nach der Geburt, sondern erst allmählich auf - und unterscheiden sich dabei kaum von einer Depression in anderen Lebensphasen. Bei Männern ist die Erkrankung laut BVDN in der Regel aber schwächer ausgeprägt als bei Frauen.

Die genauen Gründe seien noch relativ unklar, so die Experten. Neben den neuen Belastungen spielen vermutlich auch Veränderungen im Hormonhaushalt eine Rolle. Bei Männern sinkt einer Studie zufolge nämlich der Testosteronspiegel während der Schwangerschaft der Frau. Leidet die Frau unter einer postpartalen Depression, steigt zudem auch das Risiko für den Vater, daran zu erkranken.

Die Experten raten Betroffenen, zeitnah mit der Partnerin offen über Probleme zu sprechen - oder sich professionelle Unterstützung zu suchen. Denn auf diese Weise lässt sich möglicherweise verhindern, dass sich die Probleme auf das ganze Familienleben auswirken (www.psychiater-im-netz.de).


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Geburt eines Kindes hat nicht immer nur positive Folgen, sondern kann auch zu einer Depression führen. Foto: Andrea Warnecke Postpartale Depression kann auch Väter treffen Mit der Geburt eines Kindes sind viele Umstellungen verbunden - vor allem emotional. Dies kann in einigen Fällen auch zu postpartalen Depressionen führen. Bei auftretenden Symptomen sollte man vor allem mit dem Partner offen kommunizieren.
Stress im Kleinkindalter wirkt sich negativ auf das spätere Leben der Person aus. Foto: Kay Nietfeld Stress im Kleinkindalter kann ein Leben lang krank machen Nicht nur vernachlässigte Kinder sind Stress ausgesetzt. Auch wenn ein Kind ständig Streit zwischen seinen Eltern erlebt, ist das belastend - und kann weitreichende Folgen für das spätere Leben haben. Betroffene Eltern sollten für sich und ihr Kind Hilfe suchen.
Oliver Sechting ist nach wie vor wegen seiner Zwangsgedanken in therapeutischer Behandlung. Aber er kann seinen Alltag bewältigen und arbeitet heute als Sozialpädagoge. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert Gefangen im Kopf: Leben mit einem Zwang Waschzwang, Kontrollzwang, Ordnungszwang. Weniger bekannt sind reine Zwangsgedanken. Rund eine Million Deutsche haben eine Zwangsstörung. Viele Betroffene verheimlichen sie aus Scham. Dabei sind Zwangsstörungen bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar.
Regelmäßiges Joggen hilft gegen depressive Symptome. Auch anderer Ausdauerrsport unter freiem Himmel eignet sich für Betroffene. Foto: Kay Nietfeld/dpa Ausdauertraining wirkt antidepressiv Weltweit leiden 320 Millionen Menschen an Depression. Auch in Deutschland ist die Krankheit stark verbreitet. Betroffene können manchmal aber auch etwas gegen ihre Niedergeschlagenheit tun - etwa mit Joggen.