Demenzpatienten brauchen Erinnerungsstücke

05.07.2019
Der Umzug in ein Pflegeheim ist für Demenzkranke eine große Umstellung. Um Patienten diese Zeit zu erleichtern, sollten möglichst viele vertraute Dinge mit umziehen.
Umzug in ein Pflegeheim: Angehörige von Demenzkranken sollten viele vertraute Kleidungsstücke und Möbel mitgeben. Foto: Sebastian Kahnert
Umzug in ein Pflegeheim: Angehörige von Demenzkranken sollten viele vertraute Kleidungsstücke und Möbel mitgeben. Foto: Sebastian Kahnert

Berlin (dpa/tmn) - Gut gemeint ist nicht gut gemacht: Wenn Demenzpatienten ins Pflegeheim umziehen, kaufen Angehörige ihnen oft neue Kleidungsstücke und Einrichtungsgegenstände.

Für die Betroffenen ist es aber besser, wenn stattdessen die alten Sachen mit umziehen - selbst wenn diese leicht ramponiert oder völlig außer Mode sind. Darauf weist die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hin.

Denn an der abgetragenen Jacke oder den auseinanderfallenden Pantoffeln hängen viele Erinnerungen - und die sind gerade mit Demenz kostbar. Deshalb sollten Angehörige auch darauf achten, dass neben Kleidung und Möbeln noch weitere Erinnerungsstücke den Weg ins Heim finden. Das können Familienfotos oder Souvenirs aus dem Urlaub sein, genau wie Handarbeiten oder Sporttrophäen.

Sinnvoll ist gerade bei einem Umzug ins Heim auch, eine sogenannte Biografie-Mappe anzulegen. Darin sind alle wichtigen Ereignisse, Menschen und Orte aus dem Leben der Patienten festgehalten. Die Mappe dient erstens als Erinnerungsstütze für die Betroffenen. Sie gibt aber auch dem Betreuungspersonal im Heim einen Einblick ins Leben ihrer Patienten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn Pflegebedürftige zu Hause bleiben wollen, wird eine Hilfskraft benötigt. Oft kommt diese aus Osteuropa. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Studie: Pflege durch osteuropäische Hilfskräfte nimmt zu Pflegebedürftige wollen ungern ihre geliebten vier Wände verlassen. Doch Angehörigen fehlt oft die Zeit für die Betreuung. Aus diesem und weiteren Gründen ziehen in immer mehr Haushalten Hilfskräfte ein.
Ingelore Leppin, Bewohnerin im Alten- und Pflegeheim Heinemanhof, fährt mit der speziell für Ältere entwickelte Spielekonsole «MemoreBox» auf einem Motorrad. Foto: Hauke-Christian Dittrich Haben Videospiele für Senioren einen therapeutischen Effekt? In der virtuellen Welt gelingen ihnen Dinge, die in der Realität nicht mehr klappen: Kegeln, Tanzen, Motorradfahren. Videospiele können positive Effekte auf die Gesundheit von Senioren haben. Ein bundesweites Projekt soll das jetzt wissenschaftlich belegen.
Sind die Enkel im Pflegeheim zu Besuch, eignet sich als gemeinsame Aktivität ein kleiner Spaziergang. Foto: Christophe Gateau/Symbolbild Den Besuch im Pflegeheim abwechslungsreich gestalten Zimmer im Pflegeheim laden nicht immer zum gemeinsamen Verweilen ein. Besuchen Enkel ihre Großeltern dort, bietet sich ein Ortswechsel an. Das verschafft allen Bewegung und auch etwas Abwechslung.
Mehr Geld und professionelle Hilfe wünschen sich die Angehörigen von Demenzkranken. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa DAK: Angehörige von Demenzkranken fordern mehr Unterstützung Seit die Kanzlerin in einer Fernsehsendung vor der Bundestagswahl mit den Zuständen in der Pflege konfrontiert wurde, bekam das Thema viel Aufmerksamkeit. Doch wie geht die Gesellschaft mit Pflegebedürftigen im Alltag um?