Das zählt beim Kauf eines Kinderfahrrads

13.04.2022
Familien-Kontroverse im Fahrradladen: Der Nachwuchs will eine Federgabel, die Eltern lieber ordentliche Beleuchtung. Wie der gemeinsame Kauf gelingt und worauf man keinesfalls verzichten sollte.
Nur chic, oder auch sicher? Am besten ist ein Kinderfahrrad beides. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Nur chic, oder auch sicher? Am besten ist ein Kinderfahrrad beides. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Göttingen/Berlin (dpa/tmn) – Was ist ein ideales Kinderfahrrad? Darüber weichen die Vorstellungen von Eltern und Kindern nur allzu oft voneinander ab. Mama und Papa ist oft die Verkehrssicherheit wichtig, während Kinder gern auf das Aussehen des Fahrrads achten. Lieber eine gemeinsame Lösung finden, lautet der Rat vom Pressedienst Fahrrad (Pd-f).

So sollten Eltern das Fahrrad nicht zu groß kaufen. Auch wenn Kinder ja schnell wachsen und ein Rad so länger und kostensparend nutzen können. Kaufentscheidend sind laut Pd-f die Körpermaße und das Fahrkönnen. Mindest- und Maximalkörpergröße für das jeweilige Radmodell geben die Hersteller in der Regel an.

Ist ein Kind mit seiner Körpergröße laut Hersteller-Tabelle sowohl für ein 20- als auch ein 24-Zöller geeignet, sollte man lieber zum kleineren Modell greifen, da dies Kindern meist ein besseres Sicherheitsgefühl vermittele. Im Grundschulalter sind für viele Kinder Modelle mit Laufradgrößen von 20 Zoll geeignet, später kommen 24 oder 26 Zoll in Betracht.

Ab 20 Zoll ist Vollausstattung Pflicht

Wichtig in diesem Kontext: Ab einer Laufradgröße von 20 Zoll gilt ein Fahrrad im deutschen Verkehrsrecht als richtiges Fahrzeug, das unter die Regelungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) fällt. Damit ist Pflichtausstattung angesagt, wenn das Rad im öffentlichen Raum gefahren wird: Beleuchtung, Reflektoren, zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen, eine Klingel. 

Doch Kinder finden Ausstattung am Rad oft uncool, sportlicher Look ist angesagt. Der Ratschlag: Ein Kompromiss, zum Beispiel ein sportliches Rad, aber mit Vollausstattung. 

Aber welche Bremse soll es sein? Eltern stehen oft vor der Frage: Rücktritt- oder Handbremse? Erstere ist beim Erlernen des Radfahrens im Kindergartenalter sinnvoll, da kleine Kinder intuitiv noch mit den Füßen bremsen, doch sie lässt sich schwerer dosieren. Der Pd-f empfiehlt deshalb ab dem Grundschulalter Handbremsen – auch zur Eingewöhnung für später. Erwachsenenräder mit Rücktritt gibt es kaum noch. 

Gepäckträger ja, Federgabel muss nicht sein

Der oft unbeliebte Gepäckträger kann ebenfalls sicherheitsrelevant sein: Transportieren sie auf dem Schulweg dort ihren Ranzen, haben sie den Rücken frei. Das erleichtert den wichtigen Schulterblick. 

Kinder früh an Federgabeln zu gewöhnen, ergibt dagegen kaum Sinn. Sie sind meist zu leicht, um Federungssysteme genügend sensibel ansprechen zu lassen. Sie machten das Kinderrad sogar schwerer, teurer und wartungsintensiver, so der Pd-f. Hier können Eltern also Kosten sparen. Und sollten Eltern die Neuanschaffung immer noch als teuer empfinden, gibt es einen Trost: Kinderfahrräder haben einen hohen Wiederverkaufswert.

© dpa-infocom, dpa:220413-99-906138/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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