Darf man mit Knie- oder Hüftprothese auf die Skipiste?

28.01.2019
Auch mit künstlichen Gelenken dürfen sich Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen durchaus auf die Skipiste wagen. Damit der Skiurlaub jedoch nicht zu einem Debakel wird, gibt es einiges zu beachten.
Langsam abfahren: Wer schon über Abfahrts-Erfahrung verfügt, kann auch mit einer Knie- und Hüftprothese noch Ski fahren - allerdings in gemäßigtem Tempo. Foto: Florian Schuh
Langsam abfahren: Wer schon über Abfahrts-Erfahrung verfügt, kann auch mit einer Knie- und Hüftprothese noch Ski fahren - allerdings in gemäßigtem Tempo. Foto: Florian Schuh

Jena (dpa/tmn) - Alpines Skilaufen ist auch mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken möglich. Jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

So empfiehlt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) diesen Sport zum Beispiel nur Wiedereinsteigern, also Knie- und Hüftpatienten, die schon vor ihrer Operation Skiläufer waren.

Seit dem Eingriff sollten mindestens sechs und besser bereits neun Monate vergangen sein. Die Prothese muss richtig sitzen und sich gut bewegen lassen - dies sollten Wintersportler vor der ersten Abfahrt unbedingt von ihrem Arzt überprüfen lassen.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist Ski Alpin für Hüft- und Kniepatienten vor allem eine Frage von Ausrüstung und Technik. So sollten die Skischuhe zum Beispiel sehr weich sein und sich gut beugen lassen.

Die Ski sollten möglichst kurz sein und einen kleinen Kurvenradius haben. Bei der Abfahrt beugen Wintersportler mit Knie- oder Hüftprothese die entsprechenden Gelenke am besten nur moderat. Ganz verzichten müssen sie zudem auf das sogenannte Carven, also das Kurvenfahren auf der Kante. Das reduziert die Belastung für die Gelenke und die Abfahrtsgeschwindigkeit.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Arzt hält im Helios Klinikum Berlin-Buch eine Knieprothese in den Händen. Solche künstlichen Kniegelenke müssen oft nach rund zehn bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Foto: Florian Schuh Wann ein neues Gelenk her muss Starke Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und drohende Folgeschäden - das können Gründe für den Einsatz eines künstlichen Gelenks sein. Ob eine Operation infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig zu wissen ist: Das neue Gelenk hält in der Regel nicht für immer.
Ins Bewegungsbad dürfen Patienten während der Reha erst, wenn die Wundheilung nach der OP abgeschlossen ist. Foto: Oliver Krato Vom Krankenbett zur Gymnastik: Wenn die Reha zu früh beginnt Wenn eine schwere OP überstanden ist, geht es für Patienten häufig weiter in die Reha. Eigentlich soll die einen wieder fit für den Alltag machen. Aber manchmal ist es dafür einfach zu früh.
Ob sich ältere Menschen einer Gelenk-OP unterziehen sollten, hängt auch davon ab, wie mobil sie noch sind. Foto: Sven Hoppe Bei Gelenkersatz ist Alter nicht unbedingt entscheidend Lohnt noch ein neues Hüft- oder Kniegelenk? Vor dieser Frage stehen viele ältere Menschen irgendwann. Ein Mediziner erklärt, welche Faktoren bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen.
Minimalinvasive Methoden ermöglichen es Chirurgen, auch ältere Menschen zu operieren. Der Einsatz von Kunsthüften bei Hochbetagten stellt oft kein unvertretbares Risiko mehr dar. Foto: Armin Weigel Minimalinvasive OP verhilft Hochbetagten zu neuer Hüfte Die Zahl der Senioren steigt - und die Medizin hat Fortschritte gemacht. Ärzte können Patienten auch in hohem Alter noch mit Operationen helfen, die früher als zu gefährlich galten.