Darf ich bei der Hitze noch draußen Sport treiben?

31.07.2018
Viele wollen auch bei sommerlicher Hitze nicht auf ihr tägliches Workout verzichten. Doch die Temperaturen allein sind nicht das Problem für den Kreislauf. Worauf sollten Freizeitsportler achten?
Laufsportler sollten an heißen Tagen nur morgens oder abends joggen. Foto: Peter Steffen
Laufsportler sollten an heißen Tagen nur morgens oder abends joggen. Foto: Peter Steffen

Saarbrücken (dpa/tmn) - Das schöne Wetter lädt dazu ein, im Freien herumzutollen, joggen zu gehen oder mit Freunden Volleyball zu spielen. Aber ist das auch gesund, wenn es so heiß ist?

Vorsicht ist vor allem bei kreislaufbelastenden Sportarten geboten, sagt Prof. Tim Meyer vom Institut für Sport und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes: «Das sind beispielsweise Ausdauersportarten wie Laufen aber auch Radfahren» - und Mannschaftssportarten. Ganz verzichten muss man darauf nicht. Wer kann, sollte sein Sportprogramm aber in den frühen Morgen oder späten Abend verlegen. Im Sommer ist es ja hierzulande auch zu diesen Zeiten hell.

«Viele denken, es sind die Temperaturen, aber die direkte Sonneneinstrahlung ist ganz wesentlich in der Beanspruchung des Körpers», ergänzt Meyer. Treibt jemand tagsüber draußen Sport, ist Sonnenschutz deshalb das A und O. Neben bedeckender, aber luftiger Kleidung und Sonnencreme gehört dazu auch eine Kopfbedeckung. «Gefährliche Situationen kommen meist durch direkte Sonneneinstrahlung zustande - deswegen muss man hier vorsichtig sein.»

Ganz besonders aufpassen müssen natürlich diejenigen, die wissen, dass sie eine Erkrankung haben. Gerade wenn es sich um Herz-Kreislauf-Leiden handelt, sei es ratsam, vor dem Sport bei hohen Temperaturen den behandelnden Arzt zu befragen.

Wichtig bei Sport an heißen Tagen ist auch, dafür zu sorgen, dass der Wassertank gefüllt ist. Das heißt, vor dem Sport müsse man ein großes Glas Wasser trinken, mindestens 0,3 Liter, empfiehlt Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln.

Sportarten, die an heißen Tagen generell zu meiden seien, gebe es nicht, sagt Froböse. Es sei immer eine Frage der Dosis, nicht der Sportart. Und immer gebe es Alternativen. Wer an heißen Tagen lieber nicht laufen wolle, könne zum Beispiel Rad fahren. «Der Fahrtwind kühlt ab», so der Sportwissenschaftler. Oder man entscheide sich fürs Fitnessstudio, das klimatisiert sei, und gehe da aufs Laufband.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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