Corona-Tests für Schulen, Kitas und Pflegeheime geplant

27.05.2020
Bisher werden vor allem Menschen auf das Sars-CoV2-Virus getestet, die Symptome haben. Nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums könnte sich dies in Zukunft ändern.
Bisher werden Tests in der Regel nur bei einem konkreten Infektionsverdacht durchgeführt. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
Bisher werden Tests in der Regel nur bei einem konkreten Infektionsverdacht durchgeführt. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Berlin (dpa) - Schüler, Lehrer, Kitakinder und ihre Erzieherinnen könnten künftig verstärkt auf Corona getestet werden. Die geplante Ausweitung von Tests auch auf Menschen ohne Symptome soll sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums unter anderem auf diese Bereiche erstrecken.

Wie aus einem Verordnungsentwurf des Ministeriums für erweiterte Tests hervorgeht, könnten demnach künftig «alle Personen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Lebensmittelfirmen (z.B. Schlachthöfen),gastronomischen Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kitas und Schulen)» getestet werden, wenn dort Fälle mit Covid-19 aufgetreten sind.

Der Entwurf sei innerhalb der Bundesregierung in die Abstimmung gegeben worden, teilte ein Sprecher mit. Die Verordnung solle rückwirkend zum 14. Mai in Kraft treten.

Tests sollen zudem möglich werden für alle, die Kontakt mit Infizierten hatten. Angeordnet werden müssen sie allerdings zuvor durch die örtlichen Gesundheitsämter. Bundestag und Bundesrat hatten Mitte Mai beschlossen, dass die Krankenkassen künftig auch die Kosten für Corona-Tests (ca. 50 Euro) bei Menschen ohne Symptome übernehmen müssen. Bisher wird in der Regel nur bei konkretem Infektionsverdacht getestet.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte laut Mitteilung: «Auch Menschen ohne Symptome können das Sars-CoV2-Virus übertragen. Deswegen ist es sinnvoll, möglichst das gesamte, enge Umfeld zu testen, wenn Infektionen festgestellt werden.» Besonders Patienten, Bewohner und Angestellte in Pflegeheimen und Krankenhäusern könne man so besser schützen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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