Corona-Krise kann Kinder in die Spielsucht führen

01.04.2020
Keine Schule, den ganzen Tag in der Wohnung verbringen. Ein optimales Setting für Videospiele als Zeitvertreib. Ein Kriminologe warnt vor den Folgen.
Viele Menschen bleiben in der Coronavirus-Krise zuhause - und nicht wenige vertreiben sich die Zeit mit Videospielen. Damit steigt auch die Suchtgefahr. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Viele Menschen bleiben in der Coronavirus-Krise zuhause - und nicht wenige vertreiben sich die Zeit mit Videospielen. Damit steigt auch die Suchtgefahr. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Hannover (dpa) - Der Kriminologe Christian Pfeiffer befürchtet, dass viele Kinder und Jugendliche durch die Corona-Krise in die Computer-Spielsucht abdriften. «In Niedersachsen spielt jeder vierte männliche Jugendliche jeden Tag viereinhalb Stunden und mehr», sagte der frühere Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

«Das ist ein Problem, das sich jetzt durch Corona noch einmal verschärft.» Die Quote der Intensivspieler dürfte Pfeiffer zufolge beträchtlich wachsen. Damit gehe eine erhebliche Suchtgefahr einher, betonte der Kriminologe.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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