Corona-Impfungen auch für Allergiker geeignet

30.12.2020
Berichte aus England über allergische Reaktionen nach einer Corona-Impfung dürfte manche Menschen verunsichert haben. Allzu große Sorgen müssen sich Allergiker aber nicht machen, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut.
Trotz bekannter Zwischenfälle ist der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer für Allergiker geeignet. Foto: Sven Hoppe/dpa
Trotz bekannter Zwischenfälle ist der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer für Allergiker geeignet. Foto: Sven Hoppe/dpa

Langen (dpa) - Menschen mit allergischen Erkrankungen haben generell kein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen bei der Corona-Impfung. Das habe eine eingehende Prüfung der Datenlage durch Experten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Europäischen Arzneimittelbehörde ergeben.

Bekannte Allergien gegenüber Lebensmitteln und Medikamenten seien deshalb laut der EMA-Zulassung keine Kontraindikation gegen den derzeit in Deutschland eingesetzten Impfstoff, teilte das PEI mit.

In Großbritannien war es nach Beginn der Impfungen mit dem Impfstoff «Comirnaty» der Unternehmen Biontech und Pfizer in Einzelfällen zu schweren allergischen Reaktionen gekommen. Die britischen Behörden empfahlen daraufhin, Menschen nicht zu impfen, die schon einmal eine schwere allergische Reaktion auf einen Impfstoff, ein Medikament oder auf ein Lebensmittel hatten. In der Zulassungs-Studie waren Patienten mit schweren Allergien ausgeschlossen.

Mögliche Auslöser der beobachteten schwerwiegenden Reaktionen könnten der Wirkstoff oder eingesetzte Hilfsstoffe sein. Dazu gehörten die PEG (Polyethylenglykol)-haltigen Nanopartikel, in denen der Wirkstoff verpackt ist. Personen, die eine bekannte Allergie gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes haben, sollten PEI und EMA zufolge nicht geimpft werden. Grundsätzlich könnten sich aber auch Allergiker gegen Covid-19 impfen lassen. Bei Menschen, die auf die erste Dosis allergisch reagieren, sollte die zweite Dosis nicht verabreicht werden. Grundsätzlich solle jede Person 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden, eine angemessene medizinische Behandlung für schwere allergische Reaktionen bereitstehen.

© dpa-infocom, dpa:201230-99-854568/3

Positionspapier des PEI


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die ersten Corona-Impfungen sollen in den kommenden Tagen starten. Zuerst sollen Ältere über 80 sowie Bewohner und Personal in Pflegeheimen zum Zug kommen, daneben Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko. Foto: Friso Gentsch/dpa Wie werden die Corona-Impfungen ablaufen? Nach den Feiertagen beginnen die Impfungen gegen das Coronavirus. Deutschland steht vor einer Mammutaufgabe, um der Corona-Pandemie absehbar Einhalt zu gebieten. Was steht in den kommenden Wochen an?
Mit einer Impfung schützen Menschen nicht nur sich selbst, sondern indirekt auch die anderen. Bei einer hohen Impfquote kann sich ein Erreger schwerer in der Bevölkerung verbreiten. Foto: Ole Spata Gerüchte und Wahrheiten zum Thema Impfen Soll ich mein Kind impfen? Viele Eltern sind durch Debatten im Netz oder in der Kita verunsichert. Einige Fakten für den Durchblick.
Die Pollen der Beifuß-Ambrosiapflanze (Ambrosia artemisifolia) gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Das Unkraut blüht ab Mitte Juli, der Pollenflug reicht von August bis Oktober. Foto: Patrick Pleul Wo die Ambrosia so richtig aggressiv wird Die Ambrosia ist in Deutschland alles andere als beliebt: Allergikern verlängert sie die Schniefsaison und verdrängt heimische Pflanzen. Das Bittere: Ausgerechnet an Straßen nimmt sie richtig Fahrt auf. Widerstand ist nicht zwecklos - aber noch zaghaft.
Wo liegt das Problem genau? Am Anfang der Hyposensibilisierung steht ein Allergietest auf der Haut. Foto: Bodo Marks Mit dieser Therapie werden Allergien bei der Wurzel gepackt Die Nase läuft, die Augen brennen, und ein Gegenmittel gibt es nicht? Nicht ganz, denn Allergien lassen sich auch grundlegend behandeln. Allerdings klappt die sogenannte Hyposensibilisierung nicht immer - und frisst viel Zeit.