Coole Drinks mit dem Extra-Schuss Sirup

12.06.2019
Süß, klebrig und nur etwas für Kinder? Falsch! Moderne Sirupsorten sind mehr als nur mit viel Zucker aufgekochte Beeren, die der Garten abwirft. Kräuter, Gewürze und exotische Früchte bringen neue Aromen in das Konzentrat und sorgen für ein neues Image.
Der Holunderblüten-Minz-Sirup von Elisabeth Engler gibt Erfrischungsgetränken eine besondere Note. Foto: Karl-Heinz Engler/Compbook Verlag
Der Holunderblüten-Minz-Sirup von Elisabeth Engler gibt Erfrischungsgetränken eine besondere Note. Foto: Karl-Heinz Engler/Compbook Verlag

Hamburg (dpa/tmn) - Ob Limonade, Bowle, Likör, Cocktail, Eistee oder Schorle - ein Schuss Sirup peppt fast jedes Getränk auf und bringt Aromenvielfalt ins Glas. Warum nicht einmal einen Kaffee-Sirup im Eiskaffee probieren, einen Gewürzsirup im Cocktail oder einen Basilikumblütensirup im Prosecco?

Neben der Vielfalt ist «das Geniale» am Sirup, «dass man die Intensität des Geschmacks bei jedem Getränk selbst bestimmen kann», sagt Nina Ruffing, die in Hamburg eine kleine Sirup-Manufakturbetreibt. Als Richtwert empfiehlt sie Getränke mit Sirup im Verhältnis 1:4 zu mischen. Die meisten der Sirup-Sorten, die Ruffing herstellt, basieren auf Zitronen- beziehungsweise Limettensaft und sind deshalb - sowie wegen einer möglichst gering gehaltenen Zuckermenge - nicht so süß wie oft befürchtet.

Birkenzucker als Alternative und ein sommerlicher Drink

Eine geringere Zuckermenge beim Einkochen gehe zwar zu Lasten der Haltbarkeit, sagt Ruffing. Wenn man aber nur kleine Mengen für den baldigen Verbrauch herstellt, sei das ja kein Problem. Wer auf Haushaltszucker im Sirup verzichten will oder aus gesundheitlichen Gründen muss, dem rät die Sirup-Produzentin zu Birkenzucker, der geschmacklich vom Haushaltzucker «nicht weit weg» sei.

Als Sommerdrink empfiehlt Sirup-Expertin Ruffing einen erfrischenden Cocktail mit Gurke: Dafür ein Stück Gurke fein reiben und den Saft auffangen. Gurkensaft mit 4 cl Ingwer-Minze-Sirup verrühren und dann 4 cl Gin dazugeben. Ins Glas kommen zusätzlich Zitronen- und Gurkenscheiben sowie Eis und zum Schluss wird mit Tonic Wasser aufgegossen und mit Minze dekoriert. Alternativ schlägt sie eine «Gin Basil Smash» aus Limetten-Basilikum-Sirup, Gin, Basilikumblättern und Eiswürfeln vor.

Afrikanischer Basilikum auf Unterföhring

Basilikum steht auch bei Paul Peteanu im Fokus. Der Geschäftsführer eines Food-Start-ups in Unterföhring bei München baut auf großen Feldern rotblättriges und rot bis lila blühendes afrikanisches Basilikum an und stellt daraus Basilikumblütensirup her, der anders als der sonst bekannte grüne Basilikumsirup durch seine kräftig rote Farbe besticht. Dank eins relativ niedrigen Zuckergehalts ist er vergleichsweise dünnflüssig. Er eignet sich für Schorlen und sommerliche Cocktails, aber auch für Salatdressings und warme Getränke wie etwa einen heißen Gin Fizz.

Für den Sommer schlägt Peteanu den Drink «Rotgold» vor: Dafür kommen 2 cl Basilikumblütensirup, 2 cl Gin und 10 cl Prosecco mit Eiswürfeln ins Glas. Dekoriert wird mit einer Grapefruitscheibe. Alkoholfreien Genuss beschert Ruffings Rezept für Eistee mit Sirup. Dafür brüht sie starken Schwarz- oder Kräutertee auf und lässt diesen etwa 5 Minuten ziehen. Der Tee wird dann mit Sirup gemischt und nach dem Abkühlen mit Mineralwasser aufgefüllt. Das i-Tüpfelchen sind Salbeiblätter, Zitronengras, Ingwerscheiben, Thymianzweige oder andere Kräuter, die den Geschmack des ausgewählten Tees unterstreichen.

Weckender Eiskaffee und ein kaltgepresster Sirup

Nicht Tee, sondern Kaffee ist die Grundlage für den «Wachmacher-Sirup» von Elisabeth Engler, für den die Kochbuchautorin («Das Sirup-Kochbuch») 400 ml sehr starken Kaffee mit 300 g Zucker 20 Minuten lang zu einem Sirup einkocht. Der passe dann zu Eiskaffee, Milch oder Desserts. Engler kreiert auch Sirup aus Kräutern, Gewürzen, Blumen und Blüten - vom Gänseblümchen bis zur Magnolie.

Doch nicht immer wird der Sirup gekocht. Wenn es nicht um Haltbarkeit geht, ist der «Kaltauszug» eine spannende Alternative zum Einkochen. «Dabei bleibt das Aroma der Frucht noch intensiver erhalten», sagt Engler. Für ihren Kaltauszug mit Brombeeren werden 1 Kilo Beeren etwas angequetscht, dann mit 1 Esslöffel Vanillezucker und 1 Kilo Zucker gemischt und zugedeckt in den Kühlschrank zum Ziehen gestellt. Immer wieder umrühren, nach drei Tagen durch ein Tuch passieren und abfüllen. Fertig ist der konzentrierte Sommergenuss.

Literatur:

Elisabeth Engler: «Das Sirup-Kochbuch», Compbook Verlag, 96 S., 9,99 Euro, ISBN 978-3-934473-47-8.

Elisabeth Engler: «Heilsirup, Kräuterhonig, Oxymel & Co.», Compbook Verlag, 96 S., 9,99 Euro, ISBN 978-3-934473-68-3.

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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