Chronische Schmerzen nach Auffahrunfall?

26.11.2020
Es knallt, der Kopf schleudert hin und zurück, während der Oberkörper angegurtet ist. Nackenschmerzen können die Folge eines Unfalls sein - und manchmal dauern die Beschwerden monatelang an.
Mehr als nur ein Blechschaden: Ein Auffahrunfall kann lang andauernde körperliche Folgen für die Autoinsassen haben. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Mehr als nur ein Blechschaden: Ein Auffahrunfall kann lang andauernde körperliche Folgen für die Autoinsassen haben. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Weimar (dpa/tmn) - Bei einem Auffahrunfall wirken starke Kräfte auf den Körper der Insassen im Auto. Das kann zu anhaltenden Nackenschmerzen, Schwindel, Ohrensausen oder Kopfweh führen.

Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule ist der medizinische Fachbegriff für das, was den meisten als Schleudertrauma geläufig sein dürfte. Oft gehen die Beschwerden innerhalb weniger Tage bis Wochen zurück, teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit. Bei rund jedem zehnten Betroffenen dauern sie aber länger als ein halbes Jahr an und gelten dann als chronisch.

Doch nicht allein der Aufprall ist ursächlich dafür, dass die Schmerzen chronisch werden können. Das traumatische Erleben des Unfalls ist ebenso wie eine schon vorhandene psychische Störung ein möglicher Faktor. Das sollte bei der Behandlung berücksichtigt werden. So hätten beispielsweise Menschen mit Depressionen ein höheres Risiko für chronische Schmerzerkrankungen.

Die genauen Ursachen für die Schmerzen und Begleitsymptome eines Schleudertraumas sind nach Angaben der DGN noch nicht abschließend geklärt. In der Computertomographie oder Kernspintomographie seien in der Regel keine Verletzungen sichtbar. Darum gingen Fachleute von einer «entzündlich-reparativen Gewebereaktion» als Folge der mechanischen Gewebeschädigung beim Aufprall aus.

© dpa-infocom, dpa:201126-99-471498/2

DGN-Leitlinie zu Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Immer mit gesenktem Kopf auf das Smartphone starren, kann zu Nackenschmerzen führen. Besser ist, nur den Blick zu senken. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Bei Nackenschmerzen Blick senken - nicht den Kopf Der Nacken schmerzt? Dann sind oft die Muskeln im Bereich der oberen Brustwirbelsäule und der Halswirbelsäule verspannt. Experten sprechen da vom Handy-Nacken.
Zwischen zwei Wirbelkörpern befindet sich immer eine Bandscheibe, die für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wie Bandscheibenvorfälle behandelt werden Schmerzen, Kribbeln, Lähmungserscheinungen: Bandscheibenvorfälle können äußerst unangenehm sein. Medikamente und Physiotherapie helfen oft, aber nicht immer. Dann gibt es noch eine letzte Option.
Wer im Büro viel sitzt, hat schnell mal einen verspannten Nacken. Mit einfachen Übungen verschwinden die Beschwerden normalerweise nach ein paar Tagen wieder. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Nackenverspannungen vorbeugen und lösen - So geht's Nackenverspannungen sind lästig, aber in den meisten Fällen leicht zu beheben. Unternehmen Betroffene allerdings lange nichts dagegen, drohen chronische Schmerzen. Am besten lässt man es so weit gar nicht kommen - und bleibt immer in Bewegung.
Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose Was man selbst gegen Verspannungen tun kann Büroangestellte kennen sie, genau wie Kassierer im Supermarkt: schmerzhafte Verspannungen an Nacken oder Rücken. Zum Schutz oder zur Behandlung gibt es Übungen aus der Physiotherapie, ganz einfach für zu Hause. Oder für die Bushaltestelle.