Bei möglicher Tollwut nicht auf Symptome warten

01.07.2019
Deutschland gilt als frei von Tollwut. Dennoch sollten besonders Urlauber in asiatischen und afrikanischen Staaten vorsichtig sein. Wer in Kontakt mit einem eventuell infizierten Tier gekommen ist, muss sofort einen Arzt aufsuchen.
In Deutschland ist die Tollwut aktuell nahezu ausgerottet. Wer jedoch im Ausland Kontakt mit einem eventuell infizierten Tier hatte, muss sofort zum Arzt gehen. Foto: Heiko Wolfraum
In Deutschland ist die Tollwut aktuell nahezu ausgerottet. Wer jedoch im Ausland Kontakt mit einem eventuell infizierten Tier hatte, muss sofort zum Arzt gehen. Foto: Heiko Wolfraum

Köln (dpa/tmn) - Wer Kontakt mit einem Tier unter Tollwut-Verdacht hat, sollte möglichst schnell zum Arzt gehen. Denn bis beim Menschen erste Symptome der Krankheit auftreten, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit etwa, vergehen oft Wochen.

Eine Therapie schlägt dann oft nicht mehr an, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Kinder sind nach Angaben der Experten besonders gefährdet, weil sie oft unvorsichtig mit Tieren umgehen. Zur Ansteckung reicht dann manchmal schon ein Kratzer oder ein Ablecken leicht verletzter Hautstellen - es muss nicht zwingend ein Biss sein.

Nach einem solchen Kontakt mit verdächtigen Tieren sollten Eltern die betroffenen Hautstellen sofort mit Seife und Wasser ausspülen und dann zum Arzt gehen.

In Deutschland ist die Tollwutgefahr allerdings extrem gering: Hier und in vielen anderen europäischen Ländern zirkuliert das Virus nur noch in Fledermäusen. Es gibt jedoch Gegenden, in denen Tollwut noch verbreitet ist: Das sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vor allem weite Teile Asiens und Afrikas sowie einige Länder in Süd- und Mittelamerika. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Reisenden in diese Regionen daher auch eine Impfung gegen Tollwut.

RKI: Fragen und Antworten zur Tollwut-Impfung

Liste der betroffenen Länder


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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