Bauchaorten-Aneurysma bei Frauen seltener, aber gefährlicher

29.12.2021
Männer ab 65 Jahren haben einen Anspruch auf einen Ultraschall, der abklärt, ob sie ein Bauchaorten-Aneurysma haben. Frauen nicht, dabei ist die Erkrankung bei ihnen gefährlicher.
Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für eine Ultraschall-Untersuchung der Bauchschlagader. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner für eine Ultraschall-Untersuchung der Bauchschlagader. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Zwar entwickeln ältere Frauen seltener ein Aneurysma an der Bauchschlagader als Männer. Aber wenn, dann ist es gefährlicher. Daher rät die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) gefährdeten Frauen ab 65 Jahren, einmalig die Aorta mit dem Ultraschall untersuchen zu lassen.

Worum handelt es sich dabei?

Ein solches Aneurysma gilt als tickende Zeitbombe. Denn wenn die Bauchschlagader wegen der krankhaften Ausweitung reißt, ist das lebensbedrohlich. Vor allem: Die Erscheinung macht vorher selten Beschwerden und bleibt daher häufig unentdeckt.

Warum sind ältere Frauen gefährdeter?

Die Struktur der Schlagader-Wand ist bei Frauen anders beschaffen als bei Männern. Das führt dazu, dass diese Aussackung schneller reißen kann, und die Frauen eine Notoperation auch seltener überleben.

Nur schätzungsweise 0,5 Prozent aller Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren entwickeln das Aneurysma, bei den Männern dieser Altersgruppe sind es 2 Prozent. Daher haben Männer ab 65 Jahren einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung dieser Erkrankung - die Frauen aber bislang nicht. Das hat Folgen: Der DGG-Vizepräsident Prof. Jörg Heckenkamp spricht davon, dass Frauen in Bezug auf Aneurysmen der Bauchschlagader unterdiagnostiziert seien.

Wer zahlt die Behandlung für Frauen?

Frauen ab 65 Jahren, die Risikofaktoren aufweisen, sollten sich nach Ansicht der DGG untersuchen lassen. Bei den Voraussetzungen übernehmen auch die Kassen die Kosten, so der Gefäßchirurg Heckenkamp. Ein Hausarzt ist der Ansprechpartner.

Risikoperson ist man als Raucherin oder Ex-Raucherin, mit hohem Blutdruck, mit Gefäßerkrankungen oder wenn man Familienangehörige ersten Grades mit Gefäßaneurysmen hat.

© dpa-infocom, dpa:211229-99-532554/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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