Bäuchlein wächst: Wie verkündet man Kindern ein neues Baby?

14.05.2021
Wird Mama wieder schwanger, ist das für Eltern meist eine große Freude. Für das ältere Kind kann es jedoch zur Herausforderung werden. Mit der Verkündung sollten Eltern nicht zu lange warten.
Wenn Mamas Bäuchlein anfängt zu wachsen, sollten Eltern dem Kind vom werdenden Geschwisterchen erzählen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Wenn Mamas Bäuchlein anfängt zu wachsen, sollten Eltern dem Kind vom werdenden Geschwisterchen erzählen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Neuruppin (dpa/tmn) - Wenn feststeht, dass Mama erneut schwanger ist, stellt sich für Eltern oft die Frage: Wann und wie sag ich's meinem Kind? Erziehungsexpertin Nicola Schmidt würde von der ins Haus stehenden Ankunft eines Geschwisterchens nicht vor dem 3. Schwangerschaftsmonat erzählen.

Das Risiko, das Kind noch zu verlieren, ist zu groß und so widersprüchliche Informationen können drei- bis vierjährige Kinder aus Sicht der Bestsellerautorin («Erziehen ohne Schimpfen») nur schwer verstehen.

Kinder merken die Veränderung

Aber zu lange würde sie dann mit der Verkündung auch nicht warten. Nicola Schmidt ist sich sicher, dass Kinder so eine Veränderung «riechen». «Sie merken es einfach, werden unruhig, manche nässen wieder ein oder können schlicht nicht schlafen», zählt die Expertin mögliche Symptome auf.

Spätestens, wenn das Bäuchlein anfängt zu wachsen, raus mit der Info. Man könnte einfach so beginnen: «Guck mal, Mama kriegt 'nen Bauch. Weißt du, was da drin ist?» Jetzt aber auf keinen Fall amtlich werden und sagen: «Mama ist in der 23 Woche und am 8.10. kriegen wir ein Baby».

Sicht des Kindes einnehmen

Stattdessen empfiehlt Nicola Schmidt die Sicht des Kindes einzunehmen. «Du wirst bald eine große Schwester sein, denn wir bekommen ein Baby. Das ist jetzt etwa so groß wie ein Hühnerei», wäre schon mal ein guter Anfang. Dabei sollten Eltern allerdings nicht dem Impuls nachgeben zu sagen: «Das wird alles ganz toll!» Besser seien ehrliche Formulierungen wie: «Wir freuen uns, aber es wird sicher auch manchmal aufregend werden.»

Sorgen ernst nehmen

Und bloß nicht Sorgen des Kindes einfach beiseiteschieben, wenn es etwa sofort daran denkt, künftig alles teilen zu müssen - angefangen vom Zimmer bis zur raren Zeit, die es gern für sich mit Mama und Papa hätte. Auch da helfe es zu sagen: «Ich verstehe deine Sorgen. Daran habe ich auch schon gedacht. Darum werden wir uns kümmern.»

© dpa-infocom, dpa:210512-99-574622/2

Webseite Nicola Schmidt


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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