Arthrose: Bewegung im Alter hält Knorpel in Schuss

27.09.2021
Wer rastet, der rostet - stimmt das? Bei Bewegungsmangel im Alter gilt das Sprichwort auf jeden Fall, sagen Orthopäden.
Auf geht's: Es nie zu spät, um Fitnessroutinen zu entwickeln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Auf geht's: Es nie zu spät, um Fitnessroutinen zu entwickeln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ob spazieren gehen, kleine Haushaltsaufgaben, Gartenarbeit oder Sport: Auch ältere Menschen sollten aktiv sein und sich mehrmals täglich bewegen. Das hält Muskeln und Gelenke in Schuss und beugt Arthrose vor. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin.

Rund jeder und jede Fünfte über 60 Jahre hat nach Schätzung der Fachgesellschaft mit Arthrose zu kämpfen. Das liege an geschädigten Gelenkknorpeln. Damit diese ernährt werden und gut in Schuss bleiben, müssen sie regelmäßig belastet werden.

Ähnlich wie ein Schwamm

Laut DGOU-Experte Prof. Bernd Kladny kann man sich den Knorpel wie einen Schwamm vorstellen: «Belastet man den Körper, wird der Knorpel ausgedrückt und Schlackenstoffe können entweichen. Bei Entspannung kann der Knorpel wieder Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit aufnehmen», erklärt er.

Weiterer Effekt der Aktivität: Bewegung kräftigt die Muskeln, was ebenfalls die Gelenke entlastet.

Vorsicht vor Überbelastung

Wichtig ist aber, dass man sich nicht überlastet und auf seinen Körper hört. Es spricht nichts dagegen, im Alter einen neuen Sport auszuprobieren. Nur Sportarten mit «unkontrollierten Bewegungen und Stoßbelastungen» sollte man aus Sicht der DGOU als ältere Anfängerin oder älterer Anfänger lieber meiden - dazu zählen etwa Fußball oder Tennis. Schonender sind etwa Tanzen, Wandern oder Schwimmen.

© dpa-infocom, dpa:210927-99-382543/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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