Ansteckungsgefahr: So oft sollten Sie in Innenräumen lüften

21.04.2021
Die AHA-Regeln zur Eindämmung des Coronavirus wurden schon vor längerer Zeit um den Buchstaben L ergänzt. L steht für Lüften - das ist insbesondere im beruflichen und schulischen Kontext wichtig.
Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu senken, sind Maske-Tragen und regelmäßiges Stoßlüften in geschlossenen Räumen unverzichtbar. Foto: Matthias Balk/dpa/dpa-tmn
Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu senken, sind Maske-Tragen und regelmäßiges Stoßlüften in geschlossenen Räumen unverzichtbar. Foto: Matthias Balk/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Sind mehrere Menschen in einem geschlossenen Raum beisammen, nimmt die Gefahr einer Coronavirus-Ansteckung zu. Das Problem sind vor allem Kleinstpartikel: Diese sogenannten Aerosole können über längere Zeit in der Luft schweben und sich im Raum verteilen, warnt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

Konkret heißt das: Selbst wenn eine infizierte Person einen Raum verlassen hat, steigt das Infektionsrisiko für die anderen. Neben Maske-Tragen hilft zum Schutz davor vor allem eines: regelmäßiges Stoßlüften. Die frische Außenluft verringert die Aerosolkonzentration im Innenraum und senkt dadurch das mögliche Ansteckungsrisiko.

Wie oft man lüften sollte

Als Faustregel fürs Lüften empfiehlt die DGUV, jede Stunde abhängig von den Außentemperaturen zwischen drei und zehn Minuten lang alle Fenster im Raum weit zu öffnen. Also: Im Sommer länger, im Winter kürzer. Finden Besprechungen oder Seminare statt, sollte der Raum mindestens alle 20 Minuten gelüftet werden, außerdem vor Beginn und nach Ende des Treffens.

Wie oft man lüften sollte, hängt neben der Aufenthaltsdauer auch von der Raumgröße und der Menge der Personen im Raum ab. Doch wie lässt sich daraus errechnen, wann es Zeit zum Stoßlüften ist?

App hilft beim Berechnen

An der Stelle setzt eine kostenlose App des DGUV-Arbeitsschutzinstituts (IFA) an. In dem für Android und iOS verfügbaren «CO2-Timer» kann man sich für Büros, Seminarräume oder Klassenzimmer die empfohlene Lüftungsfrequenz ausrechnen lassen - dafür muss man die Anzahl der Personen, die Raumfläche und Raumhöhe sowie die Aufenthaltsdauer eingeben und erhält dann eine konkrete Zeitangabe. Um den Moment des Lüftens nicht zu verpassen, kann man sich durch einen Timer in der App daran erinnern lassen.

Mit Blick auf die Corona-Situation ist zu beachten: Die App zeigt das Ergebnis in Form eines Funktionsgraphen mit verschiedenen Punkten für verschiedene Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen in der Raumluft an - davon abhängig ist die jeweilige Zeitangabe.

Wer infektionsgerecht lüften will, sollte der Empfehlung für 800 ppm CO2-Raumluft-Konzentration folgen - also dem am weitesten links liegenden Punkt in der dargestellten Ergebniskurve.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-294444/2

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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