Alleinstehende Hartz-IV-Bezieher bekommen mehr Geld

18.09.2019
Der Hartz-IV-Sätze werden zum 1. Januar 2020 angehoben. Alleinstehende erhalten dann etwas mehr als zuvor.
Alleinstehende mit Hartz IV sollen im kommenden Jahr acht Euro mehr pro Monat bekommen. Durch die geplante Anhebung der Sätze entstehen laut Verordnungsentwurf jährliche Mehrkosten von 450 Millionen Euro. Foto: Ralf Hirschberger
Alleinstehende mit Hartz IV sollen im kommenden Jahr acht Euro mehr pro Monat bekommen. Durch die geplante Anhebung der Sätze entstehen laut Verordnungsentwurf jährliche Mehrkosten von 450 Millionen Euro. Foto: Ralf Hirschberger

Berlin (dpa) - Im kommenden Jahr steigen die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Der Regelsatz für Alleinstehende mit Hartz IV steigt zum 1. Januar um 8 auf 432 Euro.

Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie dem Ehepartner in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz demnach um 7 auf 389 Euro. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch einen entsprechenden Verordnungsentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um 6 auf 328 Euro. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung ebenfalls um 6 auf 308 Euro monatlich. Bis zur Vollendendung des sechsten Lebensjahres gibt es 5 Euro mehr, also 250 Euro. Auch die Regelsätze im Bereich der Sozialhilfe steigen.

Die Anpassung folgt einem festgelegten Mechanismus, der die Entwicklung von Preisen und Löhnen berücksichtigt. Heil betonte, es gehöre zum Kern des sozialen Rechtsstaates, «dass alle Menschen über genügend finanzielle Mittel verfügen, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben». Durch die geplante Anhebung der Sätze entstehen laut Verordnungsentwurf jährliche Mehrkosten von 450 Millionen Euro. 430 Millionen entfallen dabei auf den Bund, 20 Millionen Euro auf die Kommunen. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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