Alkoholsucht durch rechtzeitiges Handeln verhindern

13.11.2018
Wo hört maßvoller Alkoholkonsum auf und wo fängt die Sucht an? Wer das Gefühl hat, der eigene Verbrauch könnte zu einem Problem werden, kann sich Hilfe holen - und so verhindern, in die Abhängigkeit zu rutschen.
Nicht nur größere Mengen Alkohol an sich, sondern auch häufiges Denken ans Trinken oder ein schlechtes Gewissen danach können auf ein Alkoholproblem hindeuten. Foto: Christin Klose
Nicht nur größere Mengen Alkohol an sich, sondern auch häufiges Denken ans Trinken oder ein schlechtes Gewissen danach können auf ein Alkoholproblem hindeuten. Foto: Christin Klose

Krefeld (dpa/tmn) - Denken Sie in jüngster Zeit häufig an den Wein am Abend? Fühlen Sie sich nach dem Trinken schuldig? Und sind Sie zunehmend gereizt oder weniger leistungsfähig? Wer solche Fragen mit «Ja» beantwortet, sollte sich beraten lassen.

Möglicherweise entwickelt sich gerade ein Alkoholproblem, erklärt Sabine Köhler, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN). Stellt man sich dem Problem rechtzeitig, seien die Chancen gut, eine Alkoholabhängigkeit noch zu verhindern. Hilfe bekommen Betroffene in speziellen Suchtberatungsstellen. Auch den Hausarzt kann man darauf ansprechen.

Ziel eines ersten Gesprächs sei, Strategien zu entwickeln, um den eigenen Alkoholkonsum wieder besser steuern zu können. Das gelingt laut Köhler aber nur, wenn nicht bereits eine Alkoholabhängigkeit vorliegt. Sie ist unter anderem durch vollständigen Kontrollverlust gekennzeichnet. Ist jemand bereits süchtig, führe an einem lebenslangen Verzicht auf Alkohol kein Weg vorbei, betont Köhler.

Dem BVDN zufolge konsumieren in Deutschland rund 9,5 Millionen Menschen Alkohol in bedenklichem Ausmaß. Etwa 1,77 Millionen Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren gelten demnach als alkoholabhängig.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eine Statistik zeigt, dass viele Menschen zu viel Alkohol konsumieren. Foto: Daniel Naupold Alkoholkonsum ist laut Sucht-Bericht das größte Problem Wein, Bier und Schnaps können ein Genussmittel sein. Sie haben aber auch ein Suchtpotenzial. In Deutschland gilt der Konsum nach wie vor als deutlich zu hoch. Was lässt sich dagegen tun?
12.650 Babys kamen 2014 geschädigt zur Welt, weil die Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hatten. Foto: Maurizio Gambarini Tausende Babys durch «Passivtrinken» mit Behinderung geboren Wenn Frauen in der Schwangerschaft trinken, kann das schwere Behinderungen beim Kind nach sich ziehen. Einer Münchner Studie zufolge wurden die Folgen des Passivtrinkens bisher zahlenmäßig unterschätzt. Aber nicht nur Babys werden Opfer des Alkoholmissbrauchs anderer.
Kinder suchtkranker Eltern werden mit ihren Problemen oft allein gelassen. Foto: Jens Kalaene/dpa Die Last und Scham von Kindern suchtkranker Eltern In der Drogenpolitik redet man in der Regel über die Abhängigen selbst. Das Gleiche gilt für Suchthilfe oder Reha. Kinder werden leicht übersehen. Dabei sind sie von der Sucht der Eltern genauso betroffen.
Jugendliche überschreiten beim Trinken wieder öfter die Grenze. 22 309 kamen im vergangenem Jahr mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Foto: Axel Heimken/dpa Mehr Jugendliche wegen Komasaufens im Krankenhaus Jahrelang ging die Zahl der Klinikeinweisungen wegen Alkoholvergiftung bei Jugendlichen zurück. Nun gibt es eine Trendwende. Eine Krankenkasse zeigt sich alarmiert.