Aktiv bleiben bei Beschwerden ohne Diagnose

29.10.2019
Seit Wochen quälen die Kopfschmerzen, die Übelkeit lässt nicht nach - und die Ärzte finden keine Ursache. Medikamente helfen dann hier oft nur bedingt. Andere Ansätze versprechen mehr Erfolg.
Raus an die Luft: Bei sogenannten funktionellen Körperbeschwerden ist Bewegung oft besser als sich zu schonen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Raus an die Luft: Bei sogenannten funktionellen Körperbeschwerden ist Bewegung oft besser als sich zu schonen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Manche Menschen werden von Rückenschmerzen, Schwindel oder Durchfall geplagt, ohne dass Ärzte eine eindeutige Ursache dafür wie eine Entzündung oder eine Verletzung finden.

Häufig verschwinden die Probleme nach kurzer Zeit von selbst, mitunter halten sie allerdings auch über Monate an. In diesem Fall spricht man von funktionellen Körperbeschwerden, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erklärt.

Auslöser können körperliche Faktoren und psychische Einflüsse sein, darunter Überforderung, familiäre Veranlagung oder Stresssituationen.

Damit die Beschwerden die Betroffenen nicht zu sehr einschränken, rät das IQWiG auf seinem Portal Gesundheitsinformation.de dazu, körperlich aktiv zu sein und weiter am sozialen Leben teilzunehmen.

Oft kleine Schritte zur langfristigen Verbesserung

Bewegung sei oft besser als sich zu schonen, weil manche Probleme wie Muskel- und Gelenkschmerzen dadurch verstärkt würden, erläutern die Experten. Wer sich kleine Ziele setzt, finde leichter einen Weg, trotz der Beschwerden ein aktives Leben zu führen. Wenn das Problem auf Dauer zu einer größeren Belastung wird, ist eine psychotherapeutische Unterstützung unter Umständen sinnvoll.

Krankengymnastik, Ernährungsberatung oder Ergotherapie könnten weitere Ansätze sein, zählen die Experten auf.

«Passive» Maßnahmen wie Massagen seien dagegen im Vergleich eher weniger hilfreich und sind aus IQWiG-Sicht nur vorübergehend oder als Ergänzung zu anderen Maßnahmen zu empfehlen - wenn überhaupt.

Bericht auf gesundheitsinformation.de


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Bei rheumatoider Arthritis halten die Beschwerden zunächst oft trotz einer medikamentösen Therapie an. Vielen Betroffenen erscheinen dann Naturheilverfahren als verlockende Alternative. Foto: Monique Wüstenhagen Dem Schmerz entgegentreten - Naturheilverfahren bei Rheuma Schon in der Antike besuchten Rheumapatienten heiße Quellen. Mit gutem Grund: Naturheilverfahren können eine gute Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung sein - das gilt auch heute noch.
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer ist Arzt und Autor mehrerer Bücher. 1997 hat er das interdisziplinär ausgerichtete Grönemeyer Institut für Mikrotherapie in Bochum gegründet. Foto: Horst Galuschka «Wir sind selbst der wahre Medicus» Schließen sich die moderne Medizin und andere Heilmethoden gegenseitig aus? Nein, sagt Prof. Dietrich Grönemeyer. Eine ganzheitlich angelegte Heilkunst verbinde beides. Im Interview erklärt er auch, warum manchmal gar kein Arzt vonnöten ist.
Wenn Hände heilen: Manuelle Therapie ist eine Unterform der Physiotherapie. Physiotherapeuten brauchen dafür eine zusätzliche Qualifikation. Foto: v Hilfe bei Gelenkbeschwerden: Behandlungsformen im Überblick Ob Osteopathie, Manuelle Therapie oder die klassische Krankengymnastik - für Patienten mit Gelenk- oder Muskelschmerzen gibt es diverse Behandlungsmethoden. Doch nicht jede Therapie ist für jeden Schmerzgeplagten gleichermaßen geeignet. Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Patienten mit Schuppenflechte haben oft mit sozialer Ausgrenzung zu kämpfen. Foto: Arno Burgi Neue Therapien gegen Schuppenflechte Schuppenflechte ist eine sehr sichtbare Hautkrankheit. Viele Betroffene leiden unter Ausgrenzung. Patientenorganisationen kämpfen gegen die Stigmatisierung der Erkrankten, doch auch neue Therapien können den Leidensdruck mindern.