Ablenkung und Struktur gegen die Dauer-Snackerei

15.04.2020
Arbeit im Homeoffice ist für manche Menschen Arbeit in gewohnter Umgebung - mit allen Gewohnheiten, auch nicht so guten. Ganz vorne dabei: Der ständige Gang zum Kühlschrank. Lässt sich der verhindern?
Gerade im Homeoffice sollte man sich eine feste Tagesstruktur verordnen. Foto: Lisa Ducret/dpa
Gerade im Homeoffice sollte man sich eine feste Tagesstruktur verordnen. Foto: Lisa Ducret/dpa

Bonn (dpa/tmn) - Die zündende Idee fehlt, das Projekt stockt, auf E-Mails hat man auch keine Lust? Zum Glück ist die Süßigkeiten-Schublade nicht weit! Und im Homeoffice kommt dann noch der heimische Kühlschrank hinzu, mit seinen vielen leckeren Snack-Möglichkeiten.

Das Homeoffice als Futterfalle? Das gilt in der Corona-Krise besonders, sagt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): «Die aktuelle Situation ist ungewohnt und für viele mit viel Stress verbunden - da passiert es schnell, dass man immer mal wieder schnell zum Kühlschrank geht, um was zu essen.»

Als Strategie gegen die Dauerfutterei empfiehlt sie vor allem, Struktur in den Tag zu bringen - also feste Essenszeiten zu schaffen. Familien mit Kindern haben die meistens ohnehin, für Singles kann sich das aber ebenfalls lohnen. Rhythmus und Anzahl der Mahlzeiten sind dabei jedem selbst überlassen, so die Expertin: «Manche kommen mit drei Mahlzeiten gut zurecht, andere eher mit fünf.»

Und was, wenn der Heißhunger doch kommt? «Heißhunger ist kein echter Hunger in dem Sinne, sondern eher aus dem Kopf gesteuert», sagt Gahl. Um ihn zu überwinden, braucht es vor allem Impulskontrolle und Selbststeuerung - alles Dinge, die durch Stress nicht unbedingt einfacher werden. «Insofern ist es auch wichtig und sinnvoll, Entspannungspausen in den Tag einzubauen, um den Stress zu reduzieren», sagt Gahl.

Dazu empfiehlt sie ein paar kleine Tricks - Süßigkeiten nicht sichtbar herumliegen zu lassen etwa. «Und auch Ablenkung kann dabei helfen, Heißhunger auszuhalten - dass ich also nicht esse, aber kurz was anderes mache, als zu arbeiten.»

Und schließlich gilt: Wenn alles nicht hilft, sollte man auch nicht zu streng sein, gerade jetzt. «Flexible Regelungen sind meistens besser als strikte Verbote», rät Gahl. «Man sollte sich Schokolade also zum Beispiel nicht komplett verbieten - sondern lieber, wenn es sein muss, mal ein Stück essen und es bewusst genießen.»

© dpa-infocom, dpa:200414-99-698018/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Irgendwann schmeckt es ihnen: Zucchini, Möhren und anderes Gemüse sollten Kinder immer wieder vorgesetzt bekommen. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn Tipps für die frühkindliche Esserziehung Für die Gesundheit und das spätere Gewicht ihrer Kinder können Eltern schon sehr früh die Weichen stellen. Denn auch beim Thema Essen sind sie Vorbilder. Worauf kommt es da besonders an?
Steht eine Prüfung an, haben viele das Gefühl, sie brauchen eine Extraportion Schokolade. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Wenn Menschen ihren Stress wegessen Prüfungsphase an der Hochschule, ein wichtiges Projekt auf der Arbeit, Streit mit dem Partner - und plötzlich wird gefuttert ohne Ende. Schuld sind körpereigene Stresshormone. Aber wie kommt es genau dazu, und wie lässt sich das Verlangen nach Süßem stoppen?
Obst oder Süßes? Beides enthält Zucker - der in Kuchen und Co. ist aber verzichtbar. Obst sollte man hingegen keinesfalls vom Speiseplan streichen. Foto: Westend61/ Philipp Dimitri Zucker, Sirup & Co. - Zuckerfallen auf die Schliche kommen Cola, Fleischsalat, Kekse und Co. - Zucker lauert überall, man kann ihm kaum entkommen. Wie lässt sich also ein zuckerfreies Leben führen? Vor allem in Ernährungsfallen sollte man nicht hineintappen.
Essen und Trinken sollte man bewusst als etwas Schönes wahrnehmen. Das fängt schon beim gemeinsamen Kochen an. Foto: Jens Kalaene Sieben Essensfallen und wie man sie vermeidet Wer sich gute Vorsätze in Sachen Ernährung fasst, scheitert oft in den ersten Januar-Wochen. Dabei helfen schon Kleinigkeiten auf dem Weg zum Erfolg. Sieben Tipps, mit denen die gesunde Ernährung 2019 leichter fällt.