WWF: Besser kleine Schwarmfische als Raubfische essen

25.02.2021
Welchen Fisch kann man mit gutem Gewissen essen? Wer sich diese Frage zur Orientierung an der Fischtheke stellt, findet Antworten in einem Einkaufsratgeber der Umweltstiftung WWF.
Da die Bestände in der Ostsee kleiner werden, empfiehlt der WWF Heringshappen aus der Nordsee. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Da die Bestände in der Ostsee kleiner werden, empfiehlt der WWF Heringshappen aus der Nordsee. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Schwindende Fischbestände, umstrittene Fangmethoden: Wer sich darüber Gedanken macht, fragt sich rasch, welcher Fisch überhaupt noch auf dem Teller landen soll. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wo und wie der Fisch gefangen wurde, steht für die Umweltstiftung WWF fest.

«In vielen Fanggebieten sind die Bestände überfischt, und manche Fangmethoden verursachen zu viel Beifang oder richten schwere Verwüstungen in der Meeresumwelt an», erklärt Catherine Zucco, Fischereiexpertin des WWF Deutschland. Ihre Faustregeln lauten:

- Nur einmal pro Woche Fisch essen und beim Einkauf auf Art, Herkunft und Fanggerät achten. Diese müssen auf der Verpackung ausgewiesen sein und können mit dem Ampelsystem des WWF-Fischratgebers leicht abgeglichen werden.

- Beim Einkauf lieber kleinere Schwarmfische wie Nordseehering, Sprotte oder Sardelle auswählen als große Raubfische wie Schwertfisch, Thunfisch oder Kabeljau. «Gerade die stark nachgefragten Raubfische sind meist überfischt», sagt Zucco. Ältere Raubfische von der Spitze der Nahrungskette seien außerdem häufig mit gesundheitsschädlichen Schwermetallen belastet.

- Raubfische aus Aquakultur wie Dorade, Lachs oder Seebarsch sollte man eher meiden, denn ihr Futter enthält den WWF-Angaben zufolge Wildfisch, wodurch der Druck auf die Bestände zunimmt.

- Karpfen sind dagegen rundum empfehlenswert, und auch Welse und Tilapien sind gute Futterverwerter. Wenn sie in Europa in sogenannten Kreislaufanlagen gezüchtet werden, seien sie eine gute Alternative.

- Von den beliebten Speisefischen Alaska-Seelachs, Lachs, Thunfisch, Hering sowie Garnelen, die in Deutschland zusammen rund zwei Drittel des Fischkonsums ausmachen, kann der WWF keine uneingeschränkt empfehlen. Der oft in Fischstäbchen verarbeitete Alaska-Seelachs ist in der WWF-Ampel gelb gelistet und sollte laut der Empfehlung der Organisation nur gelegentlich verzehrt werden.

- Wenn schon Lachs, dann ist Pazifischer Wildlachs aus Alaska aus Sicht der Umweltstiftung eine bessere Wahl als konventionell gezüchteter atlantischer Lachs, der in den Supermärkten dominiert.

- Hering aus der Nordsee ist laut WWF empfehlenswert, in der Ostsee aber seien die Heringsbestände zu klein und würden zu stark befischt.

- Wer regionalen Fisch mag, kann auch auf Sprotten zurückgreifen, die Bestände sind hier den Angaben zufolge in Nord- und Ostsee gesund.

- Tropische Garnelen aus Wildfang sind in der WWF-Ampel rot gelistet, weil Garnelenfischerei enormen Beifang verursacht und Lebensräume am Meeresboden schädigt.

- Der vom Aussterben bedrohte Aal, Granatbarsch sowie Haiprodukte wie Schillerlocken sollten laut der WWF-Empfehlung gar nicht auf den Teller kommen.

Den WWF-Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte gibt es als App und auf der Website fischratgeber.wwf.de. Eine Kurzfassung im Scheckkartenformat kann per Mail an info@wwf.de angefordert werden.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-591497/2

WWF-Fischratgeber


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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