Wozu sind Bitterstoffe im Gemüse gut?

04.02.2021
Die roten Radicchio-Blätter sehen im Salat so schön aus, doch beißt man auf sie, zieht sich alles zusammen. Da kommt die Frage: Müssen die so bitter sein? Ja, würden Leber und Galle rufen.
Die bitteren Geschmacksnoten im Radicchio sind nicht jedermanns Sache. Sie sind aber verdauungsfördernd und entzündungshemmend. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Die bitteren Geschmacksnoten im Radicchio sind nicht jedermanns Sache. Sie sind aber verdauungsfördernd und entzündungshemmend. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Die Abneigung gegen bittere Geschmacksnoten hatte ursprünglich eine Schutzfunktion. Denn was bitter schmeckt, kann ein Warnsignal für Verdorbenes oder Giftiges sein. Doch viele Bitterstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln haben auch eine gesundheitsfördernde Wirkung, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern.

Bitterstoffe könnten den Appetit anregen und die Produktion von Verdauungssekreten fördern. «So werden Leber und Galle unterstützt und die Fettverdauung angeregt», weiß Ernährungsexpertin Sabine Hülsmann.

Im Laufe der Zeit seien aus einigen Gemüsepflanzen Bitterstoffe durch Züchtung immer mehr entfernt worden. «Bei Gemüsesorten wie Endivie, Chicorée oder Radicchio ist das aus ernährungsphysiologischer Sicht eher ungünstig», so Hülsmann. So wirken sie gerade wegen der Bitterstoffe auch antimikrobiell, antioxidativ oder entzündungshemmend. «Es ist also sinnvoll, wenn gerade im Winter bitterstoffreiche Gemüse und Salate auf dem Speiseplan stehen», sagt die Ernährungsexpertin.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-302518/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein saisonaler Pflücksalat enthält viele Nährstoffe. Foto: Andrea Warnecke/Symbolbild Endivien sind voller Nährstoffe Wenn die Erntezeit für Kopfsalat zu Ende geht, können Endivien in der Herbstküche punkten. Sie gelten nicht nur als Appetitanreger, sondern liefern auch Mineralien wie Kalzium und Natrium.
Appetit oder Hunger? Oft fällt es Menschen schwer, zwischen echtem Hunger und Gelüsten zu unterscheiden. Foto: Christin Klose Der seelische Hunger braucht anderes Futter Menschen essen meist unbewusst und aus emotionalen Gründen. Statt bei Extrakilos eine Diät zu machen, wird geraten, bewusster zu essen. Dabei kommt das eine nicht ohne das andere aus: Ernährungsempfehlungen gehen mit mentalem Training Hand in Hand.
Bei Hitze oder Trockenheit bilden Zucchinis gelegentlich giftige Bitterstoffe. Ihr Verzehr kann dann zu Magenproblemen führen. Foto: Andrea Warnecke Zucchini mit bitterem Geschmack nicht essen Zucchini ist ein klassisches Sommergemüse und passt ideal zu leichten, mediterranen Gerichten. Doch schmeckt die Frucht bitter, verzichtet man besser auf den Verzehr. Sonst droht eine Vergiftung.
Produkte aus Avocadokernen kursieren im Netz als Superfood. Doch Verbraucherschützer warnen davor. Die Mittel sind in Deutschland nicht zugelassen. Foto: Christin Klose Verbraucherschützer warnen vor Verzehr von Avocadokernmittel Bitterstoffe im Kern sind noch nicht genau untersucht und die Auswirkung auf den Menschen unklar. Der Verkauf vom angeblich wundersamen Avocadokern-Pulver bleibt hierzulande nicht erlaubt.