Whisky-Manufaktur in Dresden bringt Leute auf den Geschmack

04.04.2022
Das Elbtal in Sachsen steht für Weinanbau. Doch demnächst legt eine Firma mit ihrem Produkt ein paar Prozente zu - am 7. April öffnet eine Destillerie im Dresdner Alberthafen.
Ein Mann trinkt Whisky aus einem Glas. In Dresden öffnet bald eine Whisky-Manufaktur. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Ein Mann trinkt Whisky aus einem Glas. In Dresden öffnet bald eine Whisky-Manufaktur. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Dresden (dpa/sn) - Beim Skat hat es den Geschäftsmann Frank Leichsenring eines Tages gereizt. Irgendwie kamen er und seine Mitspieler auf die Idee, Whisky selber zu brennen. Der 61-Jährige spricht selbst von einer Schnapsidee.

«Vor ziemlich genau drei Jahren haben wir angefangen, unsere Idee in die Tat umzusetzen», so der gebürtige Vogtländer. Am 7. April soll die Manufaktur eröffnet werden.

Sechs Millionen Euro Investitionskosten lassen Leichsenring und sein Geschäftspartner Thomas Michalski in das Projekt im Dresdner Alberthafen fließen, allein die Technik wird mit 3,4 Millionen Euro veranschlagt. «Eine Million Liter Whisky pro Jahr schafft unsere Anlage - es ist die größte ihrer Art in Deutschland», sagt Leichsenring. Man sei mit dem Projekt gewachsen. Denn von der bloßen Lagerung des Whiskys in speziellen Fässern zur kompletten Herstellung von Whisky sei es nicht nur technisch ein weiter Weg.

Energierückgewinnung und Sorgen um Zukunft

Den Strom für die hochprozentige Produktion beziehen die Dresdner auch aus Solarzellen. Zudem versucht man mit der Rückgewinnung von Energie und dem Verwerten der Produktionsabfälle wie Dünnschlempe und Treber möglichst energieneutral und nachhaltig zu produzieren.

Während man in Dresden der Eröffnung der Manufaktur mit ihren aktuell zehn Mitarbeitern entgegenfiebert, plagen die Branche vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung auch Sorgen. Michaela Habbel, Präsidentin des Verbandes deutscher Whiskybrenner, rechnet damit, dass der Ukraine-Krieg den Mitgliedern viel mehr zu schaffen machen wird als die Corona-Pandemie. «Die Getreidepreise explodieren gerade und auch der Glasmarkt ist betroffen», sagt Deutschlands oberste Brennmeisterin. Der Krieg habe Transporte zum Erliegen gebracht und Lieferketten unterbrochen.

Nach Angaben von Habbel wird in Deutschland Whisky nicht nur aus Gerste, sondern auch aus Weizen, Roggen und selbst Hafer hergestellt. Insgesamt 300 Betriebe seien damit bundesweit befasst, etwa 200 davon als reine Brennereien. Damit habe Deutschland sogar eine höhere Dichte an Brennereien als Whisky-Schwergewichte wie Irland oder Schottland.

© dpa-infocom, dpa:220404-99-788694/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Brenner und Start-up-Unternehmer Martin Wagner und Brauereichef Steffen Dittmer aus Löbau mit dem ersten Oberlausitzer Whisky. Foto: Miriam Schönbach/dpa-Zentralbild/dpa Whisky aus Sachsen nach schottischem Vorbild Whisky wird beliebter - auch in Sachsen, wo an der Dresdner Elbe eine große Whisky-Destille entsteht. In der Oberlausitz warten hochprozentige Jahrgänge im Lausitzer Granit auf ihre Abfüllung.
Prost auf ein Craft-Bier. Ein Summer Ale kommt hell daher, ein India Pale Ale leuchtet kupferfarben. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn 2000 Aromen machen Craft-Bier zu hippem Geschmacksexperiment Die einen nennen es Fehlaroma, andere erleben Geschmacksexplosionen. Keine Frage: Craft-Bier polarisiert. Doch die Vielfalt ist so groß, dass man zu jedem Essen die passende Hopfen-Note findet.
Einmal im Jahr testet Immanuel Gruel (l),ob sich der Whisky gut entwickelt. Farbe und Geschmack müssen stimmen. Foto: Marijan Murat Deutsche Brenner wagen sich an das Kultgetränk Whisky Viele Kleinbrenner in ganz Deutschland versuchen sich seit einiger Zeit am Whisky. In vielen Fässern sind Tropfen gereift, mit denen sich die Hersteller nicht hinter der schottischen Konkurrenz verstecken müssen.
Vegetarische oder vegane Produkte sind im Osten weniger stark nachgefragt als im Westen. Einzelhändler merken aber, dass der Markt für solche Lebensmittel auch im Osten angezogen hat. Foto: Silas Stein/dpa Wie der Veggie-Trend im Osten ankommt Sojasteak oder Käseersatz finden immer öfter ihren Weg ins Supermarktregal. Doch wie ist es in Ostdeutschland, wo Fleisch traditionell noch öfter auf den Teller kommt?