Wann der Aufdruck «laktosefrei» wirklich Sinn macht

06.09.2019
Damit Menschen mit einer Laktose-Intolleranz nicht zu den falschen Produkten im Supermarkt-Regal greifen, ducken viele Hersteller einen Hinweis auf die Verpackung. Doch manchmal führen diese in die Irre.
Bei Erzeugnissen aus Milch und Käse ist die Beschriftung für «laktosefrei»-Aufdrucke geregelt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Bei Erzeugnissen aus Milch und Käse ist die Beschriftung für «laktosefrei»-Aufdrucke geregelt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Im Handel wird die Palette von Lebensmitteln mit der Aufschrift «laktosefrei» ständig erweitert. Der Hinweis richtet sich an Menschen, bei denen der Abbau von Milchzucker (Laktose) im Darm gestört ist.

Sie müssen daher bis auf geringe Mengen darauf verzichten. Rechtliche Vorgaben für die Bezeichnung «laktosefrei» gibt es bisher nur für Milch und Käse sowie für Erzeugnisse daraus wie Joghurt und Dickmilch, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern.

Danach sei ein Laktosegehalt von unter 0,1 Gramm pro 100 Gramm für eine Kennzeichnung als laktosefrei vorgeschrieben. Daneben gibt es auch Lebensmittel, die von Natur aus oder aufgrund ihrer Herstellung nahezu keinen Milchzucker enthalten. Bei solchen Produkten dürfe der Hinweis auf Laktosefreiheit allerdings nicht irreführend sein, so die Verbraucherschützer. Oft findet sich darauf die Angabe «von Natur aus laktosefrei», um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Besonderheit handelt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Laktase-Tabletten sind bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit kein Garant für einen beschwerdefreien Verzehr von Milchprodukten. Foto: Andrea Warnecke Beschwerden durch Milchprodukte: Intoleranz und Allergie Nicht hinter jedem Bauchweh steckt eine Unverträglichkeit oder Allergie. Besonders Milchprodukte stehen aber oft im Verdacht. Ob man wirklich eine Laktoseintoleranz oder Kuhmilcheiweißallergie hat, sollte ein Arzt abklären. Dann kann man seine Ernährung anpassen.
Gute Milch muss nicht teuer sein: Günstige Produkte ab 68 Cent sind laut Stiftung Warentest hygienisch und geschmacklich einwandfrei. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Bio oder Discounter? So gut und wichtig ist Milch Wer noch Kuhmilch trinkt, kann sich hier und da schon als Exot fühlen. Denn viele Menschen verzichten aus Angst vor Unverträglichkeiten darauf. Dabei sind die selten und Milch ist nach wie vor der beste Kalziumlieferant - vor allem für Kinder.
Emmentaler reift sehr lange. Der Käse enthält deshalb von Natur aus nur sehr geringe Mengen an Laktose. Foto: Florian Schuh Diese Käsesorten sind auch bei Laktoseintoleranz bekömmlich Laktoseintolerant und Appetit auf Käse? Das schließt einander nicht aus, denn es gibt auch Käsesorten mit einem geringen Milchzuckeranteil.
Ein gewisses Maß an Blähungen ist ganz normal und lediglich ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Peinlich, aber meist ungefährlich: Was gegen Blähungen hilft Der Mensch pupst, das ist etwas völlig Normales. Trotzdem ist es peinlich, wenn einem in Gesellschaft Gase entweichen. Bei manchen Menschen bilden sich davon auch mehr als üblich. Dahinter kann eine Unverträglichkeit stecken.