Stille Mineralwasser im Test

21.07.2021
Beim Sport, im Restaurant und auch generell: Immer mehr Menschen greifen am liebsten zu stillem Wasser, um ihren Durst zu löschen. Die Auswahl ist groß, wie auch der Unterschied im Preis.
Beliebter Durstlöscher: Beim stillen Wasser gibt es erhebliche Preisunterschiede, wobei teuer nicht gleich gut bedeuten muss. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
Beliebter Durstlöscher: Beim stillen Wasser gibt es erhebliche Preisunterschiede, wobei teuer nicht gleich gut bedeuten muss. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Stilles Wasser kostet im Restaurant manchmal so viel wie eine kleine Vorspeise, beim Discounter gibt es natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure hingegen schon für ein paar Cent. Stiftung Warentest hat sich 32 stille Wässer genauer angeschaut, darunter Edelmarken in Designerflaschen wie auch günstiges Wasser aus dem Supermarkt.

Die erfreuliche Nachricht: Alle getesteten Produkte waren mikrobiologisch einwandfrei, die meisten schmeckten zudem tadellos. Insgesamt 18 der getesteten Wässer bekamen die Note «gut», acht sogar die Note «sehr gut». Zu den besten gehören das preisgünstige Wasser von Kaufland K-Classic aus der Quelle Löningen für 13 Cent pro Liter, das stille Wasser der Marke Fürst Bismarck (51 Cent) sowie der Lichtenauer Mineralquellen (52 Cent),berichtet die Zeitschrift «test» in ihrer aktuellen Ausgabe (8/2021).

Edel ist nicht gleich gut, «bio» ist nicht gleich besser

Schlusslichter bilden hingegen zwei Edelmarken sowie zwei Wässer mit Bio-Label. Bei den nur mit «ausreichend» bewerteten Edelmarken in schicken Designerflaschen monierten die Tester unter anderem die eher ernüchternde Mineralstoffbilanz und den im Vergleich zu anderen Marken größeren CO2-Fußabdruck. Auch im Geschmack konnten diese mit günstigeren Produkte nicht mithalten, zudem waren sie die teuersten der getesteten Produkte mit einem Preis von 3,40 und 3,60 Euro pro Liter.

Von den fünf getesteten Biowässern bekamen zwar drei die Note «gut», eines wurde aber mit nur «ausreichend» bewertet, ein weiteres bekam sogar ein «mangelhaft». Kritisch sahen die Tester hier unter anderem Angaben in der Deklaration. Die beiden Schlusslichter tragen das Label der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, welches eigene strenge Kriterien vorgibt, welche laut Tester von beiden Marken nicht ganz erfüllt werden. So schmeckte ein Wasser etwa deutlich nach Kunststoff und Karton, in dem anderen wurde unter anderem ein Pestizid-Abbauprodukt nachgewiesen.

Die anderen drei Produkte mit dem Bio-Zertifikat vom Institut SGS Fresenius konnten sich im guten Testmittelfeld platzieren, waren aber nicht auf den Flaschen selbst, sondern nur auf den Webseiten als bio ausgewiesen. Als Grund hierfür vermuten die Tester einen seit Jahren andauernden Rechtsstreit um die Kriterien für Bio-Mineralwasser. Insgesamt befanden die Tester, dass Biowässer vielen konventionellen Produkten nicht überlegen sind.

Geschmack, Inhaltsstoffe und Verpackung als Kriterien

Egal ob bio, edel oder billig: Hauptkriterien für eine gute Note waren unter anderem Aussehen, Geruch, Geschmack und das Mundgefühl des getesteten Wassers. Dieses so genannte sensorische Urteil machte am Ende den größten Anteil (40 Prozent) in der Gesamtbewertung aus. Spitzennoten bekamen nur Wässer, die etwa keinen Fremdgeschmack aufwiesen. Getestet wurde auch auf kritische Stoffe wie Arsen, Blei, Nitrat und Uran wie auch auf Keime, darunter Krankheitserreger. Unter die Lupe genommen wurde auch, ob die Etikettenangaben rechtlich vollständig und korrekt waren. Weitere Testkriterien waren unter anderem Lagerungs- und Trinkempfehlungen wie auch Werbeaussagen.

© dpa-infocom, dpa:210720-99-453123/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter

Das könnte Sie auch interessieren
Warentester haben Leitungswasser und stille Mineralwässer untersucht und sind mit dem Ergebnis zufrieden: Der Nitratgehalt lag bei allen Proben unter dem Grenzwert. Foto: Britta Pedersen «test»: Leitungs- und Mineralwasser meist gut Manche Menschen trinken Wasser direkt aus dem Hahn, andere schleppen Flaschen nach Hause. Um ihre Gesundheit muss sich keine der beiden Gruppen sorgen: Mit Mineral- und Leitungswasser ist laut Stiftung Warentest hierzulande Warentest in Ordnung.
Spritzig, erfrischend und ohne gefährliche Schadstoffe: Die Qualität der meisten Mineralwässer stimmt laut dem Urteil der Stiftung Warentest. Foto: Manuel Krug/Stiftung Warentest Gutes Mineralwasser gibt es ab 13 Cent pro Liter Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwässer mit Kohlensäure getestet - und mehr als der Hälfte am Ende die Note «gut» gegeben. Positiv für Verbraucher: Die preiswerten Handelsmarken sind vorne mit dabei.
Helles Fleisch und leichte Gerichte passen zu Weißwein. Entscheidend sind aber die Aromen. Foto: Deutsches Weininstitut/dpa-tmn Wasser, Wein, Bier: Welches Getränk passt zum Fleisch? Die Auswahl ist groß, die Entscheidung schwierig. Welches Wasser, welcher Wein oder welche Biersorte munden am besten zu welchem Fleischgericht? Neben persönlichen Vorlieben gibt es für Sommeliers auch bestimmte Kriterien für die Getränkewahl.
Still und regional: So mögen die Deutschen ihr Mineralwasser. Doch es gibt noch andere Wasserarten. Foto: SZ Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa Hahn oder Flasche: Diese Unterschiede gibt es bei Wasser Alles Wasser, oder was? Beim Einkauf ist der Kunde in der Getränkeabteilung schnell verwirrt. Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser - worin unterscheiden sie sich?