So entscheide ich mich beim Eierkauf gegen das Kükentöten

16.05.2019
Das millionenfache Töten männlicher Küken bei der Erzeugung von Eiern müssen Verbraucher nicht hinnehmen. Denn im Supermarkt haben sie meist die Wahl. Es lohnt, einen genauen Blick auf die Verpackung zu werfen.
Im Supermarkt ist ein Ei nicht gleich ein Ei. Einige Erzeuger verzichten auf das Töten männlicher Küken. Foto: Victoria Bonn-Meuser
Im Supermarkt ist ein Ei nicht gleich ein Ei. Einige Erzeuger verzichten auf das Töten männlicher Küken. Foto: Victoria Bonn-Meuser

Düsseldorf (dpa/tmn) - Wer das sogenannte Kükentöten nicht unterstützen will, kann das ganz praktisch im Supermarkt tun. Bei vielen Händlern gibt es Eier von Initiativen, die auf das massenhafte Töten männlicher Küken verzichten.

Die Aufzucht der Tiere finanzieren die Anbieter durch einen Preisaufschlag von rund vier Cent pro Ei, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. An dem Produkt ändert sich dadurch nichts: Ei bleibt Ei.

Wie die Initiativen heißen und wie sie genau arbeiten, ist je nach Händler anders: Viele Discounter und Erzeuger haben jeweils eigene Initiativen, manche Produkte sind auch nur in einzelnen Regionen erhältlich.

Neben der querfinanzierten Aufzucht der männlichen Küken gibt es zwei weitere Wege, das Schreddern zu verhindern: Erstens technische Verfahren, mit denen das Geschlecht der Tiere schon im Ei bestimmt wird - ausgebrütet werden dann nur die Weibchen. Erste Eier aus diesen Verfahren sind vereinzelt bereits im Handel erhältlich.

Zweitens gibt es lokale Initiativen, die sogenannte Zweinutzungsrassen einsetzen. Statt jeweils eigens gezüchteter Tiere für die Ei- oder Fleischproduktion legen die Weibchen hier Eier, die Männchen werden gemästet. Entsprechende Initiativen und ihre Produkte gibt es nach Angaben der Verbraucherschützer zum Beispiel in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Süddeutschland sowie rund um Berlin.

Alternativen zur Tötung von Eintagsküken: Übersicht der Verbraucherzentrale NRW


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eier aus einer neuen Methode, die ohne das Töten männlicher Küken auskommt. Foto: Ralf Hirschberger Eier aus Verfahren ohne Kükentöten kommen in die Läden Millionen Küken werden jedes Jahr aus wirtschaftlichen Interessen getötet. Das soll mit einer neuen Methode nicht mehr nötig sein. Doch funktionieren wird es nur, wenn Verbraucher teurere Eier kaufen.
In Kükenbrütereien werden männliche Tiere kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie wegen ihres Geschlechts dem Betrieb keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Foto: Bernd Wüstneck Ein Überblick: Eier von glücklichen Hühnern Die umstrittene Praxis, männliche Küken nach dem Schlüpfen zu töten, verstößt nicht gegen das Tierschutzgesetz. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden. Verbraucher können beim Eierkauf aber trotzdem etwas gegen das Kükentöten tun:
In Kükenbrütereien werden männliche Tiere kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie wegen ihres Geschlechts dem Betrieb keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Foto: Bernd Wüstneck Ein Überblick: Eier von glücklichen Hühnern Dürfen Küken aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Oberverwaltungsgericht in Münster. Verbraucher können beim Eierkauf etwas gegen das Kükentöten tun:
Zwar sind viele Verbraucher bereit, für Fleisch mehr zu bezahlen, doch beim Einkauf siegt oft die Gewohnheit. Laut einer Umfrage greift die Mehrheit im Supermarkt zu Billigfleisch. Foto: Armin Weigel Deutsche kaufen Fleisch am liebsten billig Bei Umfragen zeigen sich die Bundesbürger tierlieb. Aber beim Fleischeinkauf siegt an der Kasse doch häufig die Sparsamkeit über das Tierwohl - zum Ärger der Tierschützer. Das zu ändern ist nach Auffassung von Experten gar nicht einfach.