Nudelwasser zum Kochen und Abwasch nutzen

07.04.2022
Was macht Dips cremig? Was lässt Teig besser kleben? Und was lässt nichts in der Pfanne anbrennen? Da reicht ein Zauberwort: Nudelwasser. Es gibt noch mehr Gründe, es nicht in den Abfluss zu kippen.
Nudelwasser sollte man nach dem Kochen nicht achtlos wegschütten: Die enthaltene Stärke macht es zu einem wertvollen Koch- und Haushaltshelfer. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Nudelwasser sollte man nach dem Kochen nicht achtlos wegschütten: Die enthaltene Stärke macht es zu einem wertvollen Koch- und Haushaltshelfer. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Bonn (dpa/tmn) - Sie lieben Pasta? Und kaum sind dünne Spaghetti, breite Bandnudeln, dicke Röhrennudeln oder lustige Farfalle gekocht, schütten Sie das Wasser weg? Das ist schade.

Denn das Nudelwasser hat ungeahnte Qualitäten. In der Küche lässt es sich für cremige Soßen und Suppen, Pürees und Pizzateig verwenden - und hilft selbst beim Abwasch von dreckigem Geschirr.

Werden Nudeln in reichlich Wasser gekocht, geben die Teiglinge Stärke und bei Vollkornprodukten sogar geringe Mengen Mineralstoffe und Vitamine in das leicht gesalzene Wasser ab.

Perfekt für eine zweite Einsatzmöglichkeit. Der Grund ist für Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) klar: Das Nudelwasser ist durch die enthaltene Stärke ein gutes Bindemittel - etwa für Soßen.

Nudelwasser macht Soßen sämiger und Pürees cremiger

Wenn Seitz also für Spaghetti Napoli Zwiebeln und Tomaten anbrät, würde er das Nudelwasser zum Ablöschen hinzugeben. So brenne nichts an, die Soße würde sämiger und hafte gut an den Nudeln. Auch Pestos und Dips würden mit einem Schuss Nudelwasser cremiger und müssen nicht mehr gesalzen werden.

Das gilt auch für Pürees aus Kartoffeln, Gemüse oder Hülsenfrüchten. Bei Suppen und Eintöpfen kann man einen kleinen Teil der Gemüsebrühe durch Nudelwasser ersetzen, so Seitz. Dadurch werden sie dickflüssiger.

Auch Brot und Pizzateig können profitieren: Wenn man einen Teil der Flüssigkeit durch Nudelwasser ersetzt, bindet der Teig besser und wird schön luftig.

Wer das Nudelwasser gleich mit zum Dampfgaren nutzt, spart Energie und Wasser. Einfach Gemüse oder Fisch in einem Sieb über das kochende Nudelwasser hängen - und schon ist ein Arbeitsschritt gespart. Der Dampf steigt nach oben und sorgt dafür, dass die Lebensmittel schonend gegart werden.

Direkt nach dem Kochen verwenden oder einfrieren

Ideal ist es, wenn man das Nudelwasser direkt beim oder nach dem Kochen verwendet. Man kann es laut Seitz aber auch aufheben: Es lässt sich in ein sauberes Einmachglas füllen und für einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Eine Alternative sei, es in Eiswürfelbehältern einzufrieren. Nicht wundern: Beim Abkühlen nimmt es eine geleeartige Konsistenz an.

Heißes Nudelwasser kann aber auch nach dem Kochen helfen - beim Abwasch. Wenn dreckiges Geschirr vor dem Spülen darin eingeweicht wird, löst die enthaltene Stärke selbst hartnäckige Verschmutzungen, so der BZfE-Experte.

© dpa-infocom, dpa:220406-99-817430/2

Bundeszentrum für Ernährung zu Nudelwasser


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Auch wenn der Name Wodka-Nudeln neugierig macht: Lecker wird das Gericht eher nicht wegen dem Wodka, sondern durch reichlich Butter und Sahne. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Virale Rezepte und Promi-Nudeln im Check Manchmal kurios, manchmal aus der Promi-Küche: Was Kochprofis zu Pasta-Trendrezepten aus den sozialen Netzwerken sagen - und was sie anders machen würden.
Die Würze der Pastasoße für die Spaghetti kommen vor allem aus den angebratenen Mettenden. Foto: Doreen Hassek/hauptstadtkueche.blogspot.com/dpa-tmn Für italienische Momente: Spaghetti «La Familia» Food-Bloggerin Doreen Hassek liebt die unkomplizierte Pastasoße, deren Rezept ihr Mann mit in die Ehe gebracht hat. Es sind vor allem die deftigen Knacker, die ihr die Würze verpassen.
Würziger Fenchel und karamellisierte Zitronen machen dieses Pastagericht zu etwas Besonderem. Foto: Julia Uehren/www.loeffelgenuss.de/dpa-tmn Rezept für Fenchel-Zitronen-Spaghettini im Päckchen Fenchel und Zitronen krönen in diesem Rezept die Pasta. Food-Bloggerin Julia Uehren serviert sie in einem kleinen Päckchen frisch aus dem Ofen.
Ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis verspricht der Spargelsalat mit Blutorange. Brösel aus Weißbrot, Oliven, Thymian und Zitronenabrieb sorgen für eine fruchtig-würzige Variante. Foto: Claudia Zaltenbach/dinnerum8.de/dpa-tmn Spargelgenuss mal anders Spargel ist Stange für Stange ein Genuss, auch wenn er nicht klassisch zubereitet auf den Tisch kommt. Es geht auch anders, zum Beispiel mariniert oder gebraten und mit ungewöhnlichen Begleitern.