Muntermacher: Kaffee ist gesünder als man denkt

09.06.2016
Für viele ist Kaffeetrinken Genuss pur. Doch das braun-schwarze Getränk hat das Image, gesundheitsschädigend zu sein. Das stimmt aber so nicht. Ein moderater Konsum von Kaffee kann sich sogar günstig auf bestimmte Krankheitsbilder auswirken.
Schon der Duft von Kaffee wirkt auf viele anregend - das Trinken erst recht. Wer es nicht übertreibt, schadet seiner Gesundheit mit dem Genuss von Kaffee auch nicht. Foto: Nicolas Armer
Schon der Duft von Kaffee wirkt auf viele anregend - das Trinken erst recht. Wer es nicht übertreibt, schadet seiner Gesundheit mit dem Genuss von Kaffee auch nicht. Foto: Nicolas Armer

München (dpa/tmn) - Schon der Duft des frisch gebrühten Heißgetränks wirkt auf viele anregend. Kaffee gilt als Muntermacher, hat aber auch den Ruf eines Krankmachers. Gefährlich für den Körper ist Kaffee aufgrund seines Koffeingehalts nur dann, wenn er regelmäßig in Übermaßen getrunken wird.

Koffein bremst den Müdigkeit auslösenden körpereigenen Botenstoff Adenosin und verbessert die Konzentration. «Der Kreislauf wird durch das Koffein stimuliert, und das Herz schlägt häufiger», erläutert Prof. Hans Hauner. Er ist Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München. Dadurch erhöhen sich auch der Puls sowie der Blutdruck. «Gesundheitlich bedenklich ist das bei einem moderaten Konsum nicht», betont Hauner. Gegen bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag ist nach seinen Angaben aus gesundheitlicher Sicht nichts einzuwenden - vorausgesetzt, man ist gesund und nimmt in Verbindung mit Koffein weder Drogen noch Medikamente ein.

Über den Tag verteilt gelten bei einem Erwachsenen bis zu 400 Milligramm (mg) Koffein als unbedenklich, erläutert Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik. Allerdings sollte man nur so viel Kaffee oder Tee auf einmal trinken, dass man eine Koffein-Menge von 200 mg nicht überschreitet. Eine Tasse mit 200 Milliliter (ml) Filterkaffee enthält etwa 90 mg Koffein. Für schwangere und stillende Frauen gelten andere Empfehlungen. Sie sollten «Kaffee nur sehr eingeschränkt genießen», rät Graf.

Zu viel Koffein wirkt sich negativ aufs Nervensystem aus. Mögliche Folgen sind Schlafstörungen, Reizbarkeit und Unruhe. Wie Koffein etwa den Schlaf beeinflusst, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Egal zu welcher Tageszeit Kaffee konsumiert wird: «Die »stimulierende Wirkung setzt etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Trinken ein», sagt Morlo. Dann hat sich das Koffein über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt. Mit dem Urin wird es wieder ausgeschieden.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, kann Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten bekommen, wenn die gewohnte Ration ausbleibt. Koffein gilt aber nicht als Suchtmittel.

Ein erhöhter Koffeinkonsum kann nicht nur das Nervensystem belasten, sondern auch Magen-Darm-Probleme verursachen. Ein moderater Konsum hat indes positive Effekte. «Eine Tasse Kaffee kann zum Beispiel einem Diabetes-Patienten guttun», erläutert Hauner. So werde die Insulinwirkung durch Chlorogensäure, die im Kaffee enthalten ist, günstig beeinflusst. Auch das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden, werde durch Kaffeekonsum nicht erhöht. Selbst Bluthochdruck-Patienten könnten moderat Kaffee genießen: «Entgegen einer weit verbreiteten Annahme treibt Kaffee den Blutdruck nicht signifikant und gesundheitsgefährdend in die Höhe», betont Hauner. Bei Rhythmusstörungen ist jedoch Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ratsam.

Übrigens: Kaffee darf zur sogenannten Flüssigkeitsbilanz - jeder Mensch soll pro Tag etwa zwei Liter trinken - hinzugerechnet werden. Aber: «Als Durstlöscher ist Kaffee aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf nicht geeignet», sagt Morlo.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer es morgens eher deftig mag, startet mit einem Räucherlachs-Avocado-Dill-Aufstrich in den Tag. Dazu passt Dinkel-Roggen-Brot. Foto: Naumann & Göbel Verlag Vollwert-Ernährung: Clean Eating ist in Mode Naturbelassene Lebensmittel frisch zubereitet genießen - das ist die Kernidee von Clean Eating. Der Ernährungstrend findet wohl auch deshalb zunehmend Anhänger, weil er vergleichsweise unkompliziert ist und man fast nichts falsch machen kann.
Obst oder Süßes? Beides enthält Zucker - der in Kuchen und Co. ist aber verzichtbar. Obst sollte man hingegen keinesfalls vom Speiseplan streichen. Foto: Westend61/ Philipp Dimitri Zucker, Sirup & Co. - Zuckerfallen auf die Schliche kommen Cola, Fleischsalat, Kekse und Co. - Zucker lauert überall, man kann ihm kaum entkommen. Wie lässt sich also ein zuckerfreies Leben führen? Vor allem in Ernährungsfallen sollte man nicht hineintappen.
Viele Menschen bevorzugen süße Getränke wie Limonade. Schädlich ist es vor allem für diejenigen, die zu Übergewicht neigen. Foto: Monika Skolimowska/dpa Was steckt hinter dem Ernährungstrend Zuckerfrei? Zucker hat viele Namen: Glukosesirup, Fruktose, Maltose oder Saccharose zum Beispiel. Klingt ungesund - aber ist es das auch? Ein Ernährungstrend dreht sich um die Abstinenz von dem «süßen Gift».
Reisgerichte, Eintöpfe oder Suppen - hier ein Rezept aus dem Buch «Europäische Ayurveda Küche» von Ireme Rhyner - spielen in der weitgehend vegetarischen Ayurveda-Küche eine große Rolle - dennoch sind Fleisch und Fisch aber nicht verboten. Foto: Königsfurt-Urania Verlag Ayurvedisch ernähren: Harmonie in Bauch und Geist Ayurvedisches Kochen gilt häufig als aufwendig und kompliziert. Mit ein wenig Wissen über die Eigenschaften der Lebensmittel und ihre Wirkung lassen die Grundregeln sich aber leicht umsetzen und sind auch mit regionalen Produkten und Rezepten zu verwirklichen.