Kaffee selber rösten nichts für Vieltrinker

22.06.2022
Zuzuschauen, wie kleine, grüne Kaffeebohnen zimtiger, brauner und größer werden und dann aufknacken - das macht den Reiz vom Selberrösten aus. Doch Heimröster sollten es nicht übertreiben.
Bei fertig gerösteten Kaffeebohnen gibt es festgelegte Richtwerte für den Acrylamidgehalt, die Lebensmittelunternehmer beachten müssen. Bei selbst gerösteten Bohnen hat man darüber keinerlei Überblick. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Bei fertig gerösteten Kaffeebohnen gibt es festgelegte Richtwerte für den Acrylamidgehalt, die Lebensmittelunternehmer beachten müssen. Bei selbst gerösteten Bohnen hat man darüber keinerlei Überblick. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Ob in der Pfanne, im Backofen, in einer Heißluft-Popcornmaschine oder in einem professionellen Heimröster: Grüne Kaffeebohnen zuhause selbst zu rösten liegt laut Beobachtungen der Verbraucherzentrale Bayern voll im Trend.

Bei allen Varianten wird der Rohkaffee auf etwa 200 Grad Celsius erhitzt. Dabei verdampft die enthaltene Feuchtigkeit, die Bohnen werden größer, die Farbe verändert sich und das typische Aroma entsteht. Die Heimröstung birgt allerdings ein Risiko. Man sollte dabei bedenken, dass beim Rösten von Kaffee Acrylamid entsteht, sagt Sabine Hülsmann von der Verbraucherzentrale Bayern.

Acrylamid kann das Krebsrisiko erhöhen und sollte daher in möglichst geringer Menge aufgenommen werden. Bei fertig geröstetem Kaffee gäbe es festgelegte Richtwerte, die Lebensmittelunternehmer beachten müssen. Doch bei selbst geröstetem Kaffee hat man dagegen keinerlei Überblick über die Acrylamid-Gehalte, so die Ernährungsexpertin. Vieltrinker sollten daher abwägen, in welchem Umfang sie ihren Kaffee aus selbst gerösteten Bohnen zubereiten wollen.

© dpa-infocom, dpa:220622-99-758230/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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