Gibt es bald essbare Snackverpackungen?

10.03.2020
Nachhaltig Fast Food snacken: Bremerhavener Wissenschaftler haben den Prototypen eines essbaren Behälters aus Algen entwickelt. Der Geschmack hat die ersten Tester überrascht.
Lebensmitteltechnologen arbeiten an einer essbaren Snackverpackung. In den Behälter aus Algen kommen etwa Kartoffelsalat und Fischstäbchen. Foto: --/Nordsee/dpa
Lebensmitteltechnologen arbeiten an einer essbaren Snackverpackung. In den Behälter aus Algen kommen etwa Kartoffelsalat und Fischstäbchen. Foto: --/Nordsee/dpa

Bremerhaven (dpa) - Eine von Bremerhavener Wissenschaftlern entwickelte essbare Snackbox aus Algen soll in spätestens drei Jahren in die industrielle Produktion gehen.

Zwei Jahre nach Start des Projekts sei inzwischen der Prototyp fertig, sagte Ramona Bosse, die als Lebensmitteltechnologin an der Hochschule Bremerhaven an der Forschung beteiligt ist. Der Prototyp sei von Testern positiv bewertet worden. «Sie waren mit dem Geschmack und mit dem Aussehen zufrieden», sagte Bosse. Die grün-bräunliche Box schmecke leicht salzig, aber nicht fischig. «Viele waren erstaunt, wie neutral das Material schmeckt und riecht.»

Die Hochschule, das Alfred-Wegener-Institut (AWI) und die Fischrestaurantkette Nordsee hatten im März 2018 das aus Bundesmitteln geförderte Forschungsprojekt «Mak-Pak» gestartet. Ziel war es, einen aus Makroalgen produzierten Behälter für den Außerhaus-Verzehr herzustellen, der essbar ist.

Nachdem dies gelungen sei, müssten nun zunächst erneut Fördergelder eingeworben werben, um das Verpackungsmaterial im zweiten Schritt für die Maßstäbe der industriellen Produktion zu optimieren. Dazu werde neben Algen auch mit anderen Biostoffen experimentiert, sagte Bosse. Am Ende des Projekts sollen zwei Materialien in die Behälter-Produktion gehen können: ein festes und ein biegbares.

Der Verbrauch von Serviceverpackungen in der Gastronomie hat nach Angaben des Umweltbundesamtes bundesweit immens zugenommen: Von 110.000 Tonnen im Jahr 2000 erhöhte sich der Verbrauch auf 303 000 Tonnen im Jahr 2017.

Verbrauch von Serviceverpackungen

Infos über Mak-Pak von Nordsee


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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