GfK-Studie: Mehr bekennende Flexitarier

10.05.2016
Wer weniger Fleisch verzehrt, schont nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die Umwelt. Viele wollen den Fleischkonsum jedoch nicht völlig aufgeben und bevorzugen eine flexitarische Ernährung. Das Marktforschungsunternehmen GfK nennt dazu einige Zahlen.
Jeder dritte deutsche Haushalt will sich fleischarm ernähren. Laut GfK haben Flexitarier im vergangenem Jahr 20 Prozent weniger Fleisch und 18 Prozent weniger Wurst gekauft. Foto: Felix Zahn
Jeder dritte deutsche Haushalt will sich fleischarm ernähren. Laut GfK haben Flexitarier im vergangenem Jahr 20 Prozent weniger Fleisch und 18 Prozent weniger Wurst gekauft. Foto: Felix Zahn

Nürnberg (dpa) - Bereits mehr als ein Drittel der deutschen Haushalte hält sich nach Erkenntnissen von Konsumforschern für Flexitarier. Mehr Menschen entscheiden sich dafür, weniger Fleisch zu essen als komplett darauf zu verzichten.

Inzwischen sei der Anteil derer, die zwar nicht komplett auf Fleisch verzichten, den Fleischkonsum aber bewusst verringern wollen, mit 37 Prozent sieben Mal so groß wie die Zahl der deutschen Haushalte mit mindestens einem Vegetarier, berichtete das Marktforschungsunternehmen GfK.

Den Wandel spürt nach GfK-Einschätzung inzwischen auch der Lebensmitteleinzelhandel: Zwischen März 2015 und März 2016 haben sogenannte Flexitarier 20 Prozent weniger Fleisch und 18 Prozent weniger Wurst gekauft, dafür aber fast 400 Prozent mehr Fleischersatzprodukte, etwa fleischlose Streichwürste, als Nicht-Flexitarier. «Flexitarier sind damit - mehr noch als Vegetarier - die eigentlichen Träger des Veggie-Booms in Deutschland», stellen die Nürnberger Konsumforscher fest. Die Erkenntnisse beruhen demzufolge aus Absatzdaten der Konzerne sowie Verbraucherbefragungen.

Ob Flexitarier oder Vegetarier ist nach Beobachtungen der GfK in der Regel eine Frage des Alters: Einen konsequenten Fleischverzicht haben danach vor allem Bundesbürger bis Ende 40 zum Ernährungsprinzip erhoben. Danach sinke der Anteil der Vegetarier beständig und liege bei den 70 Jahre alten und älteren Verbrauchern nur noch bei 2,9 Prozent. Dagegen liege in dieser Altersgruppe der Anteil der Flexitarier, bei denen nur selten Fleisch oder Wurst auf den Tisch kommen, bei 54 Prozent. Bei den bis 29 Jahre alten Verbrauchern gehören dazu nur 23 Prozent. Dafür sehen sich 8,6 Prozent von ihnen als Vegetarier.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Chia-Samen (dunkel),Quinoa Pops und Plätzchen mit Matcha-Teepulver: All das gehört zum Trend der Superfoods. Foto: Roland Weihrauch/dpa Siegeszug des Superfoods? Steigende Umsätze mit Chia und Co. Lange waren zucker- und fettreduzierte Produkte trendy in deutschen Supermarktregalen. Nun macht sich das «Superfood» in den Läden breit - und die Branche freut sich über rasant steigende Umsätze.
Das Bundesernährungsministerium will Anfang 2019 eine Strategie für eine gesündere Ernährung umsetzen. Erfrischungsgetränke sollen dann etwa weniger Zucker enthalten. Foto: Monika Skolimowska Bürger sollen gesünder essen Ernährungsministerin Klöckner sagt der Volkskrankheit Übergewicht den Kampf an - will dabei aber weder Konsumenten noch Lebensmittelbranche vergrätzen. Nun liegt eine Strategie vor für die Zukunft von Tiefkühlpizza und Limo.
Obst oder Süßes? Beides enthält Zucker - der in Kuchen und Co. ist aber verzichtbar. Obst sollte man hingegen keinesfalls vom Speiseplan streichen. Foto: Westend61/ Philipp Dimitri Zucker, Sirup & Co. - Zuckerfallen auf die Schliche kommen Cola, Fleischsalat, Kekse und Co. - Zucker lauert überall, man kann ihm kaum entkommen. Wie lässt sich also ein zuckerfreies Leben führen? Vor allem in Ernährungsfallen sollte man nicht hineintappen.
Die Verbraucherzentrale stellt auf der Grünen Woche in Berlin verschiedene überdosierte Magnesium-Präparate vor. Weitere Infos erhalten Verbraucher auf einem neuen Online-Portal. Foto: Jörg Carstensen Neues Portal informiert über Nahrungsergänzungsmittel Viele Menschen versprechen sich von Vitamin- und Mineralpräparaten eine gesündere Ernährung. Doch wie förderlich sind solche Mittel wirklich? Wer mehr über Risiken erfahren möchte, kann dafür jetzt ein neues Portal nutzen.