Fast Food und Limo für Kinder nur als Ausnahme

15.09.2020
Industriell verarbeitete Nahrung ist oft reich an Kalorien - und arm an Nährstoffen. Gerade bei Kindern sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten, sonst können Krankheiten die Folge sein.
Weniger Limonade und Fast Food: Gerade Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung eine ausgewogene Ernährung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Weniger Limonade und Fast Food: Gerade Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung eine ausgewogene Ernährung. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ob Chips, Burger oder Limonade: Hochverarbeitete Lebensmittel sind arm an Nährstoffen und machen dick. Das kann gerade bei Kindern schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM).

Während in Entwicklungsländern vor allem unterernährte Kinder unter Nährstoffmangel leiden, seien es in Industrieländern immer mehr Kinder mit normalem oder Übergewicht. Dies liegt hauptsächlich an der oftmals einseitigen Ernährung mit hochverarbeiteten Lebensmitteln, so der DGEM. Die Folgen seien unter anderem Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.

Die Experten raten deshalb, auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit möglichst vielen unverarbeiteten und frischen Nahrungsmitteln zu achten. Denn auch bei ausreichender Energiezufuhr stünden dem Körper nicht automatisch alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung.

Wichtig seien deshalb vor allem Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte, in denen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente im Verhältnis zum Energiegehalt überwiegen. Auf den Teller gehören vor allem vollwertige Getreideprodukte, Gemüse und Obst. Softdrinks, Süßigkeiten und Fast Food sollten eine Ausnahme bleiben, raten die Experten.

Gerade in der Wachstumsphase sei eine ausgewogene Ernährung von besonderer Bedeutung: Ein Nährstoffmangel könne Auswirkungen auf das Immunsystem haben und langfristig die neurologische Entwicklung hemmen. Auch eine verzögerte Geschlechtsreife und Wundheilung sowie eine verminderte Knochendichte und geringere Muskelmasse können spätere Folgen sein.

© dpa-infocom, dpa:200915-99-574546/2

Seite der DGEM


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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