Eisdosen besser nicht wiederverwerten

30.07.2019
Wenn das Eis aus der Familienpackung ausgelöffelt ist, erfahren die leeren Plastikboxen meist ein zweites Leben - als Aufbewahrungs- oder Gefrierdose. Dafür sind sie allerdings nicht gemacht. Schlimmstenfalls lösen sich chemische Substanzen.
Die großen Plastikboxen der Speiseeis-Packungen sind nicht für die Wiederverwendbarkeit geeignet. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Die großen Plastikboxen der Speiseeis-Packungen sind nicht für die Wiederverwendbarkeit geeignet. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Düsseldorf (dpa/tmn) - Sie sind äußerst beliebt zum Einfrieren von übrig gebliebenen Suppen oder Fleisch mit Soße: Eisdosen. In vielen Tiefkühlschränken türmen sie sich zuhauf.

Doch sind die leeren Plastikdosen da für überhaupt geeignet? «Nein, sie wurden für die Abfüllung von Speiseeis hergestellt und eignen sich nicht zur Aufbewahrung anderer Lebensmittel», warnt Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Dabei finden viele Verbraucher die Kunststoffboxen viel zu schade für den einmaligen Gebrauch. «Wer in eine solche Dose etwa heiße und fetthaltige Suppe füllt, der riskiert, dass sich Chemikalien aus der Dose herauslösen und ins Lebensmittel übergehen», erklärt die Diplom-Chemikerin. Sie denkt da insbesondere an Zusatzstoffe wie Weichmacher oder UV-Stabilisatoren, aber auch an Substanzen, die dem Kunststoff nicht absichtlich zugefügt wurden, sondern als Nebenprodukte bei der Herstellung entstehen. In sogenannten Konformitätserklärungen garantierten die Hersteller für Eisboxen, dass die Verpackung für den Einsatzzweck bei tiefen Temperaturen unbedenklich ist. Aber nicht darüber hinaus.

Welche Behältnisse sind denn besser geeignet? «Es gibt Mehrweg-Plastikgefäße, die extra zum Einfrieren hergestellt werden. Sie sollten aus Polypropylen sein. Erkennbar durch das aufgedruckte Zeichen PP», erklärt die Wissenschaftlerin.

Aber auch Glasgefäße seien zum Einfrieren geeignet. «Allerdings sollten sie nicht randvoll gefüllt werden, sondern etwa ein bis zwei Zentimeter Platz haben, weil sich der Inhalt beim Gefrieren ausdehnt», so Etzenbach-Effers. Vermieden werden sollte auch, das eiskalte Glas in heißes Wasser zu stellen. «Wenn es von minus 18 Grad auf 100 Grad erhitzt wird, kann es springen.»

Generell, also unabhängig vom Einfrieren, rät die Expertin, Lebensmittel nicht in Plastik aufzubewahren. Dafür seien Gefäße aus Glas, Porzellan oder Edelstahl besser geeignet. Doch auch da gilt: Schraubgläser mit PVC-freien Deckeldichtungen zu bevorzugen. Meist sind diese blau gefärbt.

Auch Kräuterbutter sollten Verbraucher nicht in Plastikdöschen füllen. «Fettlösliche Schadstoffe gehen leichter in fette und ölige Substanzen über», warnt die Expertin. Auch in heiße Lebensmittel wandern Schadstoffe schneller. Die Chemikerin rät deshalb auch davon ab, Lebensmittel in Kunststoffbehältern in der Mikrowelle zu erhitzen.

Wer Zweifel hat, wie Kunststoffe zu bewerten sind, kann seine Fragen bei der Schadstoffberatung der Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe stellen und bekommt kostenlos Antwort.

Schadstoffberatung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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