Diese Gourmet-Pilze wachsen in unterirdischen Hallen

09.07.2019
Erlesene Pilze gehörten schon immer zu den Stars der Gourmet-Küche. Doch nicht alle stammen noch von Wald und Wiese. Wie eine Brüsseler Pilz-Farm die Erdfrüchte in einem alten Kellergewölbe gedeihen lässt.
Hadrien Velge, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens «Le Champignon de Bruxelles», züchtet Gourmet-Pilze in einem alten Schlachthaus in Brüssel. Foto: Arne Immanuel Bänsch
Hadrien Velge, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens «Le Champignon de Bruxelles», züchtet Gourmet-Pilze in einem alten Schlachthaus in Brüssel. Foto: Arne Immanuel Bänsch

Brüssel (dpa) - Nur ein paar Meter unter der Erde, in den kühlen Kellergewölben eines alten Schlachthauses im Brüsseler Viertel Anderlecht, züchten junge Unternehmer Pilze für Gourmets.

Shiitake, Nameko oder auch Kräuterseitlinge, die frisch und in Bio-Qualität sonst schwer zu bekommen sind, wachsen hier auf 1000 Quadratmetern Produktionsfläche. Seit 2016 kultiviert das Start-up «Le Champignon de Bruxelles» Pilze in historischen Gemäuern.

Ihre Firmenphilosophie zielt auf Effizienz: «Pilze sind gut im Recyceln», erklärt Start-up-Gründer Hadrien Velge. «Das Ziel ist, Lebensmittel in der Stadt zu produzieren und dafür die Ressourcen zu verwenden, die wir hier finden.» Zwei Jahre lang experimentierte er mit seinem Team um herauszufinden, worauf Pilze gut gedeihen.

Rund ein Dutzend Mitarbeiter arbeiten auf der unterirdischen Pilz-Farm, immer wieder sind wissenschaftliche Praktikanten dabei. Finanziert wurde das Start-up anfangs durch eine genossenschaftliche Struktur - rund 40 Leute gaben insgesamt 200.000 Euro. Heute beliefern sie Restaurants, Bioläden und auch eine kleine Supermarktkette.

Das Unternehmen will wachsen und hat dafür schon einmal ehrgeizige Ziele: Zum Start der Pilzsaison im Herbst will es die Produktionsfläche unter der Erde verdreifachen.

Le Champignon de Bruxelles - Englisch


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
An Beeren mangelt es in Finnlands Wäldern nicht: Aus Blaubeeren wird zum Beispiel eine Soße zum Hirschbraten. Foto: Tine Guth Linse/AT Verlag/dpa-tmn Finnische Küche: Lokal, saisonal und traditionell einfach Seit der Pisa-Studie weiß man einiges über das finnische Schulsystem. Die finnische Küche ist dagegen weit unbekannter. Zu Unrecht: Diese überzeugt durch frische Zutaten und unkomplizierte Zubereitung. Schwere Soßen sucht man vergebens.
Der Michelin Guide 2017 macht einen Trend zu lokal produzierten Zutaten in der Sterne-Küche deutlich. Das aktuelle In-Gemüse ist Rote Bete. Foto: Lino Mirgeler Rote Bete und Sellerie erobern die Sterne-Küche In Deutschland kochen immer mehr Köche so gut, dass sie «Michelin»-Sterne dafür bekommen. Sogar dann, wenn sie schlichte Zutaten wie Kohl und Makrele auf den Tisch bringen. Ihr Kunst liegt im Verfeinern.
Essen fotografieren: Ein neues Essenskult breitet sich aus. Foto: Sophia Kembowski Wenn Ernährung zur Ersatzreligion wird Alte Wertesysteme wie Religion und Familie verlieren an Bedeutung. Diese Lücke füllt bei vielen Menschen inzwischen ein bestimmter Ernährungsstil. Für manche wird daraus sogar eine Ersatzreligion. Andere begeistern sich für «Essensporno». Warum?
Vom 19. bis zum 28. Januar 2018 findet in Berlin die Grüne Woche statt. Foto: Wolfgang Kumm/dpa Insekten zum Probeessen auf Grüner Woche Auf der Suche nach neue Geschmacksreizen ist die Nahrungsbranche erfindungsreich. Jetzt soll Krabbeltieren der Durchbruch in deutschen Küchen gelingen.