An Silvester die Sektkorken knallen lassen?

28.12.2018
In Weißweingläsern entfaltet er das beste Aroma und mit einem Moussierpunkt die schönsten Perlen. Warum Champagner-Schalen für den Silvester-Sekt keine gute Idee sind und mit welchem Trick man Sekt am schnellsten kühlt, erklärt das Deutsche Weininstitut.
Vor dem Anstoßen werden die Sektgläser am besten noch einmal politiert, damit der Schaumwein besser perlt. Foto: Christin Klose
Vor dem Anstoßen werden die Sektgläser am besten noch einmal politiert, damit der Schaumwein besser perlt. Foto: Christin Klose

Bodenheim (dpa/tmn) - Er gehört zu Silvester wie der Topf zum Deckel: Ohne Sekt oder Champagner begrüßt kaum jemand das neue Jahr.

Was vor dem Anstoßen zu beachten ist und ob man wirklich die Korken knallen lassen soll, erklärt Manuel Bretschi, Ressortleiter für Aus- und Weiterbildung beim Deutschen Weininstitut in Bodenheim.

Wie kommt das Prickeln in den Sekt?

Bretschi: Das kommt durch die zweite Gärung. Sie entsteht, nachdem dem Grundwein eine Mischung aus Zucker und Hefe zugesetzt wird, und bleibt in der Flasche. So reift der Wein entsprechend seiner Region zu Sekt, Champagner, Cremant oder Cava.

Die Korken knallen lassen, sagt man umgangssprachlich, wenn man etwas zu feiern hat. Sollte man die Korken knallen lassen?

Bretschi: Sommeliers sagen grundsätzlich: Nein! Durch den plötzlichen Druckverlust kommt es zum Überschäumen. Dabei entweicht die Kohlensäure, und wir haben kein Prickeln mehr im Glas. Deshalb sollte die Flasche vor dem Öffnen auch nicht geschüttelt werden.

Wie ist die Sektflasche am besten zu öffnen?

Bretschi: Mit der linken Hand die Flasche halten und mit der rechten Hand den Korken mit viel Gefühl ganz langsam herausdrehen. Bei Linkshändern eben umgedreht.

Wie schenkt man optimal den Schaumwein ein?

Bretschi: Es ist sinnvoll, das Glas schräg zu halten, weil dadurch eine größere Oberfläche entsteht und es so nicht zu einer großen Schaumbildung kommt.

Welche Sektgläser empfehlen Sie?

Bretschi: Champagnerschalen sind nicht ideal, weil dadurch die Kohlensäure entweicht. Auch schmale Sektflöten sind nicht optimal, weil die Nase so kein Aroma abbekommt. Sektgläser mit etwas Bauch sind dagegen perfekt. Sie haben am Kelchboden in der Regel eine aufgeraute Stelle, den sogenannten Moussierpunkt. Durch den perlt der Sekt besonders gut, so wie an einer Kette. Viele Sommeliers verwenden inzwischen auch schmale Weißweingläser. Durch die entfalten Schaumweine ein tolles Aroma.

Und wenn der Sekt trotz idealem Glas nicht perlt...

Bretschi: ...dann ist meist das Glas nicht sauber, oder es wurde zu viel Spülmittel verwendet. Also vorher noch einmal ausspülen und nachpolieren!

Gäste bringen gern eine Flasche Sekt als Mitbringsel mit. Wie bekommt man die Flasche am schnellsten kalt?

Bretschi: Man stellt die Flasche in einen Sektkühler und füllt Eis dazu sowie zwei bis drei Esslöffel Salz. Zum Auflösen des Salzes wird Energie benötigt. Diese wird als Wärmeenergie verbraucht, wodurch eine Abkühlung stattfindet. Diese Methode nennt sich «Frappieren», dauert bei einer zimmerwarmen Flasche etwa 15 Minuten und ist damit viel schneller, als die Flasche ins Eisfach zu legen. Die ideale Trinktemperatur liegt übrigens zwischen acht und zehn Grad.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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