Zuckerersatzstoffe sind giftig für Hunde

02.06.2021
Dem Hund ein Stück vom Kuchen abgeben - das kann doch nicht schaden? Doch! Vor allem bei Zuckerersatz ist Vorsicht geboten.
Dem Hund was vom Kuchen abzugeben, ist keine gute Idee. Wenn er mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit gebacken wurde, ist er sogar hochgiftig für den Vierbeiner. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Dem Hund was vom Kuchen abzugeben, ist keine gute Idee. Wenn er mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit gebacken wurde, ist er sogar hochgiftig für den Vierbeiner. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Dass Schokolade und Weintrauben für Hunde giftig sind, ist Tierbesitzern bewusst. Doch weniger bekannt ist, dass das auch für Zuckerersatzstoffe wie Xylit gilt. Es führt bei Hunden innerhalb von 30 bis 60 Minuten zu massivem Unterzucker, warnt Tierärztin Tina Hölscher von der Tierschutzorganisation Aktion Tier.

Xylit führt zu rasantem Anstieg des Insulins

Im Gegensatz zum Menschen führe dieser Stoff beim Hund zu einem rasanten Anstieg des Hormons Insulin, was wiederum den Spiegel des echten Zuckers im Blut des Hundes senkt.

Abhängig von der aufgenommenen Dosis komme es zu Krämpfen, Leberversagen oder Koma. Im schlechtesten Fall kann der Hund daran sterben. Je nach Xylit-Gehalt können schon ein bis drei zuckerfreie Kaugummis für einen mittelgroßen Hund tödlich sein. Ab 0.1 g Xylitol pro Kilo Körpergewicht sollten tierärztliche Maßnahmen zur Entgiftung eingeleitet werden. Damit werde versucht zu verhindern, dass der Zuckerersatzstoff aus dem Darm in den Hundekörper gelangt.

Erbrechen auslösen

Die Veterinärin würde dem betroffenen Hund schnellstmöglich eine Spritze verpassen, die Übelkeit auslöst und den Vierbeiner dazu bringt, zu erbrechen. Auf diese Weise werde das Tier eine möglichst große Menge des zuvor aufgenommenen Giftstoffs wieder los. Im Anschluss kann Aktivkohle gegeben werden, dass die weitere Resorption aus dem Darm verhindern soll. Ob diese Maßnahme tatsächlich zielführend ist, konnte allerdings noch nicht abschließend geklärt werden.

Katzen reagieren auf den Zuckeraustauschstoff übrigens unempfindlich. Sie zeigen erst bei deutlich höheren Dosen Vergiftungserscheinungen.

© dpa-infocom, dpa:210602-99-833915/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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