Wohl älteste und größte Monumentalanlage der Maya entdeckt

04.06.2020
Zu den berühmtesten Touristenattraktionen Mexikos gehören die historischen Kulturstätten der Maya. Nun haben Forscher eine neue Anlage aufgespürt. Dabei handelt es sich um den ältesten und größten Komplex, der bisher bekannt ist.
Im Süden von Mexiko haben Forscher die älteste und größte bisher bekannte Monumentalanlage der Maya aufgespürt. Foto: Takeshi Inomata/University of Arizona/dpa
Im Süden von Mexiko haben Forscher die älteste und größte bisher bekannte Monumentalanlage der Maya aufgespürt. Foto: Takeshi Inomata/University of Arizona/dpa

Mexiko-Stadt (dpa) - Im Süden von Mexiko haben Archäologen die älteste und gleichzeitig größte bisher bekannte Monumentalanlage der Maya entdeckt. Das Team um Takeshi Inomata von der University of Arizona registrierte vor drei Jahren mit dem sogenannten Lidar-Verfahren in Tabasco auffällige Strukturen.

Dabei tasten Laser von Flugzeugen aus den Boden ab und lassen auch Bauten unter der Vegetation erkennen. Insgesamt entdeckten die Forscher in der Region 21 größere und kleinere Zeremonialzentren, die fast alle ähnlich angelegt sind: ein in Nord-Süd-Richtung verlaufendes rechteckiges Plateau mit einer Serie von Erdhügeln.

Der mit Abstand größte der Komplexe ist der rund 3000 Jahre alte Aguada Fénix mit einem aufgeschütteten, rechteckigen Plateau, das mehr als 1,4 Kilometer lang und 400 Meter breit ist. «Nach unserem Wissen ist dies die älteste jemals im Maya-Gebiet gefundene Monumentalkonstruktion und die größte in der gesamten prä-spanischen Geschichte dieser Region», erläutern die Forscher im Fachjournal «Nature».

Der Bau der großen Plattform begann nach Forscherangaben spätestens um das Jahr 1000 vor Christus, um das Jahr 750 v. Chr. wurde die Anlage wohl bereits wieder aufgegeben. Die Blütezeit erreichte die Maya-Kultur erst etwa 200 bis 800 nach Christus. Auf den großen Plateaus hätten anders als in den - wenigen Privilegierten vorbehaltenen - späteren Pyramiden sehr viele Menschen Platz gefunden, so die Forscher.

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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