Wo schädliche Software lauert: Dubiose Streaming-Portale

20.04.2016
Die neue Staffel der Lieblingsserie läuft nur im Pay-TV oder gegen Geld im Netz? Häufig greifen Filmfans dann zu dubiosen oder illegalen Angeboten. Neben rechtlichem Ärger droht dabei auch die Infektion des Rechners mit schädlicher Software.
Wer streamt, sollte genau auf den Anbieter achten. Foto: Andrea Warnecke
Wer streamt, sollte genau auf den Anbieter achten. Foto: Andrea Warnecke

Köln (dpa/tmn) - Von der neuen Lieblingsserie kommt eine neue Staffel - leider nur im Pay-TV oder den USA? Manch einer sucht dann einfach im Netz nach einem Streaming-Portal, das «Game of Thrones» oder «House of Cards» kostenlos zeigt.

Neben den bekannten legalen Lösungen wie Maxdome, Watchever, Amazon Prime Video oder Netflix gibt es im Netz auch viele unbekannte und teilweise ziemlich dubiose Angebote - häufig ist unklar, ob man sich noch im legalen Bereich bewegt. Und gerade dort drohen erhebliche Risiken, warnt «botfrei.de», das Malware-Beratungszentrum des Vereins der deutschen Internetwirtschaft (eco). Sie reichen von schädlicher Software über Betrug bis hin zu Problemen wegen Urheberrechtsverletzungen.

Ein wichtiges Warnzeichen für unseriöse Portale sind angeblich fehlende Plugins für den Browser oder Mediaplayer. Diese - so wird behauptet - müssen erst installiert werden, damit die Serienfolge läuft. Doch häufig gibt es statt eines Mediaplayers Schadsoftware. Das gilt auch für manipulierte Werbebanner, die plötzlich auftauchen und wie Aufforderungen zum Download zusätzlicher Software aussehen. Sie sind ein weiterer Weg, um arglosen Serienfans schädliche Software unterzujubeln. Fordert ein Portal zur Installation von Software auf, sollte man deswegen die Finger davon lassen.

Das ist auch in anderer Hinsicht ratsam. Während das Streaming, also das reine Abrufen eines Videosignals, rechtlich momentan nicht als Urheberrechtsverletzung gilt, sieht es bei der Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material ganz anders aus. Manch ein angeblicher Streaminganbieter nutzt für die Verbreitung von Inhalten die aus Tauschbörsen bekannte Torrent- oder p2p-Technik. Hierbei empfängt man nicht nur Videodateien, sondern sendet sie auch gleich als Teil eines Netzwerks an andere weiter. Downloads vor Filmstart können ein Hinweis auf solche illegalen Angebote sein. Wer bereits solche Plugins, Mediaplayer oder andere Software installiert hat, kann auf «botfrei.de» Test- und Reinigungssoftware herunterladen.

Vorsicht gilt laut «botfrei.de» auch beim Abschluss von Abonnements. Die übertragenen persönlichen Daten und Kreditkarteninformationen könnten missbraucht werden. Außerdem droht das Risiko, ins Visier von Ermittlungsbehörden zu geraten - falls es zu Ermittlungen gegen illegale Anbieter kommt.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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