Wintersportregionen wappnen sich für einen neuen Ansturm

07.01.2021
Es bleibt winterlich in Deutschland, in den Bergen liegt Schnee. Viele lockt das trotz aller Corona-Warnungen in die Ausflugsgebiete. Einige Wintersportregionen handeln.
Wintersportorte und Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen wappnen sich für einen möglichen Ansturm am kommenden Wochenende. Foto: Oliver Berg/dpa
Wintersportorte und Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen wappnen sich für einen möglichen Ansturm am kommenden Wochenende. Foto: Oliver Berg/dpa

Berlin (dpa) - Trotz vieler gesperrter Pisten bereiten sich Polizei und Ordnungsämter in Teilen Deutschlands auf einen erneuten Touristenansturm am zweiten Januarwochenende vor. Um in der Corona-Pandemie Menschenansammlungen zu vermeiden, sind bereits einige Wintersportgebiete gesperrt worden.

Dem Lockdown und allen Corona-Appellen zum Trotz hatten sich am vergangenen Wochenende Massen von Ausflüglern in verschneite Bergregionen aufgemacht, was zum Teil ein Chaos auslöste. Vielerorts waren die Parkplätze schon morgens überfüllt, es kam zu langen Staus, immer wieder blieben Autos liegen. Am Mittwoch war es ruhiger, obwohl es ein Feiertag in mehreren Bundesländern war.

Im Harz wollen Kommunen, Polizei und der Tourismusverband einen erneuten Ansturm vermeiden. Der Landkreis Goslar hat den Verleih von Wintersportgeräten an Wochenenden verboten. Zudem sollen deutlich mehr Polizisten und Ordnungskräfte im Einsatz sein. «Unser oberster Appell ist weiter: Bleiben Sie zu Hause», sagte Kreissprecher Maximilian Strache. Dennoch stellt sich der Harz erneut auf viele Tagestouristen ein.

Für eine wachsende Zahl von Skigebieten im gesamten Hochsauerland, in Olpe sowie im Eifelort Hellenthal und im nordhessischen Willingen haben die Kommunen ein Betretungsverbot ausgesprochen oder bereiten es vor. Ordnungsämter und Polizei kündigten an, Präsenz zu zeigen und gegen Verstöße gegen die Corona- oder Verkehrsregeln konsequent vorzugehen. Sofern es nötig werde, könnten auch Zufahrtsstraßen wieder abgeriegelt werden, hieß es etwa mit Blick auf Winterberg, das am vergangenen Wochenende einer der Brennpunkte war.

In Thüringen kündigte der Ilm-Kreis für das Wochenende verschärfte Kontrollen von Touristen an. «Ziel ist es, Tagesausflüge in der angespannten pandemischen Lage zu verhindern», teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Nach der Ankündigung, den Wintersportort Oberhof für Tagesausflüge zu sperren, rechneten die Ordnungshüter mit großem Andrang auf andere beliebte Ausflugsziele im Thüringer Wald.

Psychologen halten es für menschlich durchaus nachvollziehbar, wenn Leute trotz coronabedingter Warnungen Wintersportgebiete besuchen. «Es ist logisch nicht erklärbar, dass sich Menschen in der derzeitigen Situation einer möglichen Ansteckung aussetzen. Andererseits ist es aber aus menschlicher Sicht so erklärbar, dass viele den Drang haben, rauszukommen und Spaß zu haben - und das ist nachvollziehbar», sagte Psychologin Andrea Heine vom Berufsverband Deutscher Psychologen.

Grau im Tal, weiß auf den Höhen - beim Wetter ändert sich auch am Wochenende nicht viel. Schnee bleibt ab 300 bis 400 Metern Höhe liegen, wie aus der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervorgeht. Im Sauer- und Siegerland sowie im Weserbergland und im Harz könnten bis Freitagabend lokal zehn oder 15 Zentimeter hinzukommen. An diesem Freitag bleibt es im Süden und im Norden weitgehend trocken, aber bedeckt. Nur am Alpenrand blitzt die Sonne hervor. In der Mitte fällt laut DWD Regen oder Schnee.

© dpa-infocom, dpa:201230-99-854890/6


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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