Wie Signal seine Nutzer vor Spam schützen will

03.11.2021
Der erste Eindruck zählt. Und er verleitet uns manchmal dazu, Dinge zu tun, die wir hinterher bereuen. Davor will der Messenger Signal seine Nutzerinnen und Nutzer nun besser schützen.
Keine Fotos, keine Links und die Möglichkeit, Nachrichtenanfragen gleich zu blockieren und zu melden: Mit diesen Neuerungen will Signal seine Nutzerinnen und Nutzer besser vor Spam schützen. Foto: Signal.org/dpa-tmn
Keine Fotos, keine Links und die Möglichkeit, Nachrichtenanfragen gleich zu blockieren und zu melden: Mit diesen Neuerungen will Signal seine Nutzerinnen und Nutzer besser vor Spam schützen. Foto: Signal.org/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Der Messengerdienst Signal will Nachrichtenanfragen von Nicht-Kontakten sicherer gestalten. Profilbilder von Absendern, die nicht im eigenen Telefonbuch stehen, bleiben künftig erst einmal unkenntlich, bis man aktiv darauf tippt.

Damit wollen die Entwicklerinnen und Entwickler des Messengers verhindern, dass man im Affekt auf Fotos attraktiver Menschen oder andere irreführende Bilder, etwa von seiner Bank, reagiert und sich dann auf Konversationen einlässt, die in Betrugsfallen führen können.

Aus dem gleichen Grund werden in Nachrichtenanfragen künftig auch keine Internetadressen mehr angezeigt. Denn dahinter könnten gefälschte Webseiten und Phishing-Attacken lauern, wie der Entwickler Open Whisper Systems in einem Blogbeitrag ausführt.

Blockieren und melden

Um Spam nicht nur bei einzelnen Nachrichten und Konversationen, sondern auch im gesamten Netzwerk abzuwehren, erhalten Nutzerinnen und Nutzer zudem die Möglichkeit, Anfragende zu blockieren und gleichzeitig solche Anfragen auch zu melden. Auf diese Weise will Signal Spam-Kampagnen frühzeitig erkennen und unterbrechen.

Der Messenger ist nach eigenen Angaben im Jahr 2021 stark gewachsen, weshalb die Plattform auch stärker in den Fokus von Betrügerinnen und Betrügern gerückt sei. Die Spam-Abwehr komme ohne die Analyse der Nachrichteninhalte oder der Beziehungen zwischen den Nutzerinnen und Nutzern des Messengers aus, versichert Signal.

Mensch oder Maschine?

Tippt jemand auf «Spam melden und blockieren», werden laut Anbieter nur die Mobilfunknummer des potenziellen Spammers sowie eine einmalige, anonyme ID an Signal gesendet. Wird eine Nummer wiederholt als Spam gemeldet oder scheint deren Nutzung automatisiert zu sein, soll innerhalb der App das Lösen eines Rätsels (CAPTCHA) gefordert werden, um automatisierte Spam zu bremsen.

Für diese Maßnahme geht Open Whisper Systems neue Wege. Normalerweise wird die gesamte Signal-Software offengelegt und ist frei einsehbar (Open Source). Für die Spam-Bekämpfung soll es hingegen einen neuen, separaten Serverbereich geben.

Dessen Schnittstellen werden den Angaben nach zwar auch Open Source sein. Die genaue Umsetzung müsse aber geheim bleiben, damit Spammer die Maßnahmen nicht umgehen können, erklärt Open Whisper Systems. Das ändere aber nichts an den Grundlagen des Privatsphäre-orientierten Sicherheitsmodells von Signal. Ein genauer Starttermin für die Neuerungen wurde zunächst nicht genannt.

© dpa-infocom, dpa:211103-99-846352/3

Signal für Android

Signal für iOS

Ankündigung von Signal


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Per QR-Code verbindet der Kryptomessengers Signal. Dann können Nutzer auch vom Computer aus verschlüsselte Nachrichten versenden und empfangen. Foto: Andrea Warnecke Signal-Messenger für iOS nun auch mit Desktop-App Auch iPhone-Nutzer können den Kryptomessenger Signal nun am Computer nutzen und Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten versenden.
Abhör-Alarm: In der Android-Version der Messenger-App Signal gibt es eine Sicherheitslücke, über die Angreifer einen Lauschangriff starten können. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Signal-Update beseitigt Sicherheitslücke Stellen Sie sich vor, jemand ruft erst bei Ihnen an und nimmt den Anruf dann auch noch für Sie an. Verrückt? Mitnichten. Eine Lücke im Messenger Signal ermöglicht Angreifern genau dieses Vorgehen.
Facebooks Messenger ist ein praktisches Chat-Programm mit vielen Funktionen. Aber es gibt auch zahlreiche Alternativen mit Fokus auf den Datenschutz. Foto: Andrea Warnecke Diese Messenger-Alternativen gibt es Messenger sind beliebt, um per Smartphone oder am Rechner schnell, kostenlos und bequem Nachrichten mit Freunden und Familie auszutauschen. In den Chats geben Nutzer jede Menge persönliche Informationen preis. Doch wer garantiert, dass sie privat bleiben?
Friedliche Koexistenz: Man kann etwa Signal und Whatsapp auch parallel nutzen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn Es dürfen auch zwei Messenger sein Wozu soll denn eine Whatsapp-Störung gut sein, mag sich manche oder mancher fragen? Ganz einfach: Sie macht nachdenklich und zeigt, dass es immer gut ist, eine Alternative zu haben.