Wie die Bahn den Bordservice nachschärft

07.03.2019
Frühmorgens im Zug: Am Sitzplatz ankommen, per DB-Navigator-App das Ticket entwerten - und dann erstmal ab ins Bordbistro. So machen es Tag für Tag zahllose Reisende in Deutschland. Die Speisekarte im Zug ist seit dem Winter eine neue - und wird nun erneut leicht angepasst.
Neues Geschirr und neue Speisekarte: Die Deutsche Bahn hat ihr Gastronomie-Konzept im Winter geändert - und passt es an einigen Stellen nun erneut an. Foto: Deutsche Bahn
Neues Geschirr und neue Speisekarte: Die Deutsche Bahn hat ihr Gastronomie-Konzept im Winter geändert - und passt es an einigen Stellen nun erneut an. Foto: Deutsche Bahn

Berlin (dpa/tmn) - Eine veränderte Speisekarte, neues Geschirr in den Bordbistros, die Möglichkeit zum Selbst-Einchecken: An ihrem Service für Reisende hat die Deutsche Bahn zuletzt so einiges verändert. Nun stehen die nächsten Schritte bei der Umsetzung des neuen Bordgastronomie-Konzepts an.

Zugleich wird bei der Essensauswahl in den Zügen ein wenig nachgebessert, wie Vertreter der Bahn auf der Reisemesse ITB in Berlin (6. bis 10. März) sagten. Was soll sich im Detail alles ändern? Eine Übersicht.

Speisekarten

Seit Dezember 2018 gilt eine neue Speisekarte in den 650 Restaurants und Bistros der ICE- und IC-Züge. Unter anderem gibt es jetzt das Chili con carne mit Schmand und die Currywurst mit Tortilla-Crunch. «Vertraut und doch anders» soll das Speisenangebot sein, sagte Alexander Thies, Leiter Bordservice bei der Bahn, auf der ITB.

Manche lange Zeit etablierten Gerichte wie Königsberger Klopse seien vom Speiseplan genommen worden. Die Kundenreaktionen seien überwiegend positiv, dennoch will die Bahn jetzt «nachschärfen» beim Angebot. Aufschnitt und Käse aus dem Frühstücksangebot zu streichen, sei «ein bisschen zu radikal» gewesen, sagte Thies - beides komme zurück. Nach Angaben der Bahn sollen sich auch Rührei und Rostbratwürstchen bald wieder getrennt voneinander bestellen lassen.

Bestellen am Sitzplatz

Auf Fahrten nach Frankreich testet die Bahn bereits neue mobile Kassen für die Zugbegleiter, im Laufe des Jahres 2019 sollen sie auch auf ausgewählten anderen Verbindungen zum Einsatz kommen. Über die Kassen ist es möglich, Speisen und Getränke vom Sitzplatz im Zug aus zu ordern - die Bestellung geht direkt an die Bordküche, ohne dass der Zugbegleiter jedes Mal laufen muss. In der Ersten Klasse wird die Currywurst oder Cola dann am Platz serviert, Reisende der Zweiten Klasse müssen sie sich selbst abholen.

Etwa zur Jahresmitte 2020 sollen Reisende über eine spezielle App ihre Bestellungen erstmals sogar selbst aufgeben können, ohne dass noch der Schaffner vorbeikommen muss, kündigte Michael Peterson, Marketingvorstand DB Fernverkehr, auf der ITB an. Das Verfahren soll ebenfalls zunächst auf ausgewählten ICE-Strecken eingeführt werden.

Konfort-Check-In

Die Möglichkeit, sich über die DB-Navigator-App am Sitzplatz selbst die Fahrkarte zu entwerten, haben Bahnreisende seit Mai 2018. Zunächst war dies nur für Kunden mit Sitzplatzreservierung möglich, schon nach wenigen Monaten hätten aber mehr als 50 Prozent von ihnen das neue Verfahren genutzt. Seit November 2018 steht der Komfort-Check-in nun auch Reisenden offen, die zwar ein digitales Ticket, aber keine Sitzplatzreservierung haben. Der Anteil derer, die den Komfort-Check-in nutzen, sei durch die Ausweitung zwar anfangs gesunken, nehme nun aber stetig wieder zu, sagte Peterson.

ITB Berlin


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Deutsche Bahn will ab Dezember das Preisniveau ihrer Gerichte im Bordrestaurant senken. Foto: Christoph Soeder Bahn überarbeitet Bordbistros und Service Vor vielen Jahren erwog die Bahn, die Speisewagen abzuschaffen. Daran denkt sie längst nicht mehr. Das Unternehmen will näher an den Gast heran und reagiert auch auf Änderungen im Essverhalten.
Eine Platzreservierung ist gut. Man sollte sie aber auch rechtzeitig einnehmen. Foto: Andrea Warnecke Kann eine Sitzplatzreservierung im ICE verfallen? Im Zug bietet es sich an, rechtzeitig einen Platz zu reservieren. Sonst muss man unter Umständen im Zug stehen, oder sich im Bistro breit machen. Aber was ist eigentlich, wenn man den Platz zu spät einnimmt. Kann eine Reservierung dann verfallen?
Kahnfahrten auf einem Fließ im Spreewald sind sehr beliebt. Rund 1000 Kilometer Fließe (Wasserwege) durchziehen den Spreewald im Südosten von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul Prospekte reichen nicht: Wo Tourismus funktioniert Der Deutschlandtourismus läuft, aber nicht in allen Ecken der Republik. Touristiker sagen, manche Regionen müssten sich besser vermarkten - und weg vom «Kirchturmdenken».
Die Deutschen bleiben reiselustig. Einige wollen in diesem Jahr sogar ihr Urlaubsbudget erhöhen. Foto: Julian Stratenschulte Glänzende Aussichten fürs Tourismusjahr 2018 Rekord bei Urlaubsausgaben und sonnige Aussichten für das aktuelle Reisejahr: Die Tourismusbranche ist in glänzender Verfassung. In manchen Regionen wird der Erfolg jedoch zum Problem.