Wer nutzt in Deutschland Sprachassistenten?

13.06.2019
Trotz massiver Datenschutzbedenken wird die Nutzung sprachgesteuerter Systeme immer beliebter. Bei den Jüngeren spricht schon fast jeder Zweite mit Siri, Alexa und Co. Das zeigt eine Studie.
Die App «Siri», aufgenommen bei der Frage ob «Siri» Dialekt sprechen kann. Digitale Sprachassistenten erobern trotz mancher Datenschutzbedenken in Deutschland weiter den Markt. Foto: Lino Mirgeler)
Die App «Siri», aufgenommen bei der Frage ob «Siri» Dialekt sprechen kann. Digitale Sprachassistenten erobern trotz mancher Datenschutzbedenken in Deutschland weiter den Markt. Foto: Lino Mirgeler)

Bonn/Berlin (dpa) - Digitale Sprachassistenten erobern trotz mancher Datenschutzbedenken in Deutschland weiter den Markt. Laut einer Studie der Postbank nutzen bereits 32 Prozent der Menschen hierzulande Assistenten von Apple, Google und Amazon.

Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Anstieg um zwölf Prozentpunkte, teilte die Postbank am Montag mit. Bei den Jüngeren im Alter unter 40 Jahren spricht demnach fast jeder Zweite (48 Prozent) mit Siri, Googles Assistant oder mit Alexa. In der Verbreitung liegt der Umfrage zufolge der Google Assistant mit 19 Prozent vorn, gefolgt von Apples Siri (15 Prozent) und Amazons Echo-Lautsprechern mit Alexa, die von 8 Prozent der Befragten genutzt wird. Unter den Jüngeren (Digital Natives) hat allerdings Siri (28 Prozent) gegenüber Google Assistant (27 Prozent) die Nase knapp vorn.

Am intensivsten werden die digitalen Helfer demnach in Familien genutzt. Während 52 Prozent der Haushalte mit vier Personen und mehr mit einem Sprachassistenten leben, sind es in Drei-Personen-Haushalten noch 39 Prozent und rund 20 Prozent in Single-Haushalten. Postbank-Digital-Chef Thomas Brosch sieht vor allem in der Altersgruppe ab 50 Jahren noch viel Potenzial.

Neben der Abfrage des Wetterberichts, dem Steuern der Musikwiedergabe oder des Lichts gebe es auch ein wachsendes Interesse, Sprachassistenten etwa für die Kontoabfrage oder Überweisungen zu nutzen, erklärte Brosch. Er sei überzeugt, dass sich «die Nutzung von Finanzanwendungen über Sprachassistenten in Zukunft durchsetzen wird».


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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