Wenn der Provider zu viel Leistung verspricht

27.09.2019
Ärgerlich, wenn von der versprochenen Geschwindigkeit im Internetvertrag nur ein Bruchteil ankommt. Was Betroffene dagegen tun können.
Scheint der Internet-Anschluss stets viel langsamer als vom Provider beworben, gibt es verschiedene Prüfmöglichkeiten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Scheint der Internet-Anschluss stets viel langsamer als vom Provider beworben, gibt es verschiedene Prüfmöglichkeiten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Wer einen Internetvertrag abschließt, braucht nicht blind den Geschwindigkeitsangaben der Anbieter vertrauen. Kunden können bei Auffälligkeiten selbst nachprüfen, wie viel davon tatsächlich erreicht wird.

Schließlich sind die vorab versprochenen Übertragungsraten ein Vertragsbestandteil und sollten daher auch erreicht werden, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern.

Scheint der Anschluss stets viel langsamer als vom Provider beworben, gibt es verschiedene Prüfmöglichkeiten. So messen die Messtools der Bundesnetzagentur (BNetzA) die tatsächlichen Datenübertragungsraten und vergleichen sie mit der im Vertrag vereinbarten Rate.

«Die Tests der Anbieter erfolgen jedoch nach anbieterspezifischen Vorgaben und sind daher nicht einheitlich und objektiv berechnet», gibt die Verbraucherzentrale Bayern auf ihrer Seite zu bedenken.

Erst Frist setzen - dann kündigen

Ist der Anschluss wesentlich langsamer als angekündigt, können Kunden dem Anbieter eine angemessene Frist von in der Regel 14 Tagen setzen, um die versprochene Leistung herzustellen. Das tun Betroffene am besten schriftlich per Einwurfeinschreiben.

Bewirkt das auch nach mehrfacher Aufforderung nichts, können Kunden kündigen und unter Umständen auch Schadenersatz fordern. Doch bei ausbleibendem Erfolg helfe nur noch der Klageweg.

Messtools der Bundesnetzagentur

Tipps der Verbraucherzentrale Bayern


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN

Passende Anbieter
Intersaar GmbH ~ km Heinrich-Barth-Str. 23, 66115 Saarbrücken-Burbach
hartech KG ~ km In Dürrfeldslach 3, 66780 Rehlingen-Siersburg

Das könnte Sie auch interessieren
Auf der Webseite Breitbandmessung.de kann man sich die tatsächlich vom Internetanbieter zur Verfügung gestellte Datenübertragungsrate anzeigen lassen. Foto: Rolf Vennenbernd Online-Landkarte: Tatsächliche Surfgeschwindigkeit Oft sind es lahme Downloads oder arg ruckelnde Filme und Videos, die Internetnutzer nachdenklich stimmen. Liefert der Provider vielleicht nicht die Bandbreite, die er vertraglich schuldet? Es gibt Wege, genau das herauszufinden.
Die Datenübertragungsraten entsprechen oft nicht den Angaben. Foto: Monique Wüstenhagen Blitzschnell oder lahm? Landkarte der Surfgeschwindigkeit Oft sind es lahme Downloads oder arg ruckelnde Filme und Videos, die Internetnutzer nachdenklich stimmen. Liefert der Provider vielleicht nicht die Bandbreite, die er vertraglich schuldet? Es gibt Wege, genau das herauszufinden.
Weicht die Internetgeschwindigkeit erheblich und regelmäßig von der vertraglich vereinbarten Übertragungsrate ab, sollte der Nutzer seinen Provider schriftlich über das Problem informieren. Foto: Felix Kästle Lahmes Internet ist nicht gleich dem Provider zuzuschreiben Welches Tempo die Nutzer von einem Internetanschluss normalerweise erwarten dürfen, steht im Produktinformationsblatt. Wer das Gefühl hat, dass die darin ausgewiesene Download- oder Upload-Rate dauerhaft erheblich verfehlt wird, sollte dies mit Messungen nachweisen.
Das Internet lahmt wieder? Kein Wunder, Verbraucher konnten 2017 nicht von deutlich schnellerem Festnetz-Internet profitieren. Foto: Jens Kalaene/dpa Internet-Anschlüsse meist langsamer als verprochen Ob DSL oder Kabel: In Sachen Geschwindigkeit gehen Anspruch und Wirklichkeit bei Internet-Anschlüssen oft weit auseinander. Noch finsterer sieht es aus, wenn man die erbrachte Leistung mobiler Breitbandanschlüsse betrachtet.