Was Systemkameras alles drauf haben

18.03.2021
Viel Geld ausgeben und dann doch nur die Automatik benutzen. Keine gute Idee bei Kameras. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Wunsch-Bildeffekte hinzubekommen.
Kamera mit vielen Knöpfen: Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern mit der Programmautomatik (P) erste «Gehversuche» unternehmen. Foto: Sina Schuldt/dpa-tmn
Kamera mit vielen Knöpfen: Davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern mit der Programmautomatik (P) erste «Gehversuche» unternehmen. Foto: Sina Schuldt/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Überforderung statt ungebremster Kreativität bei der neuen Systemkamera? Das muss nicht sein: Wer «mit Licht malen» möchte - und nichts anderes bedeutet Fotografie - muss sich nur mit den wichtigsten Einstellmöglichkeiten vertraut machen, um dann damit das Bild in die gewünschte Richtung zu verändern.

Damit sie nicht gleich die Lust verlieren, können Einsteiger das für Neulinge etwas komplizierte Zusammenspiel von Blende und Belichtungszeit erst einmal außen vor und der Kamera überlassen. Sie wählen dazu am Programmrad die Stellung P für Programmautomatik, rät die Stiftung Warentest.

Schlag' mir was vor

Dann schlägt die Kamera eine Kombination aus Blende und Belichtungszeit vor, die sich aber noch anpassen lässt. Und auch den Index für die Lichtempfindlichkeit (Iso-Zahl) sowie den Weißabgleich für die Farbtemperatur stellt die Kamera dann automatisch ein. Über die Belichtungskorrektur lässt sich bei Bedarf auch noch die Helligkeit des Bildes korrigieren.

Ein Beispiel, wo es sich lohnt, die Helligkeit nachzujustieren: Helle Objekte in dunkler Umgebung können wegen des hohen Kontrastes schnell überbelichtet sein. Hier hilft es den Angaben zufolge, mit der Belichtungskorrektur etwas abzudunkeln, um etwa zwei Stufen.

Große Blende, kleine Zahl

Und wer - etwa bei einem Porträt - den Hintergrund in Unschärfe verschwinden lassen möchte, muss mit weit geöffneter Blende arbeiten, was einer möglichst niedrigen Blendenzahl (f) entspricht. Damit das Gesicht nicht verwackelt, darf die Belichtungszeit nicht zu lang sein.

Wer schnelle Bewegungen einfangen möchte und dafür eine zu lange Belichtungszeit wählt, erntet ein verwackeltes Motiv. Hier gilt es, die jeweilige Bewegung mit einer möglichst kurzen Belichtungszeit einzufrieren.

Und das bedeuten die übrigen gängigen Abkürzungen auf dem Programmdrehrad (linke Seite) von Systemkameras:

- M (Manueller Modus): Man kann Blende, Belichtungszeit, Iso-Zahl und weitere Einstellungen selbst vornehmen.

- S (Shutter - Zeitvorwahl): Nur die Belichtungszeit lässt sich einstellen und die Kamera wählt automatisch die passende Blende.

- A (Aperture - Blendenvorwahl): Nur die Blende wird selbst eingestellt und die Kamera ergänzt eine passende Belichtungszeit.

- iA (intelligente Automatik): Blende, Belichtungszeit und Iso-Zahl werden automatisch festgelegt und lassen sich nicht mehr ändern.

- C1,2, etc. (Nutzereinstellungen): Hierunter kann man eigene, oft genutzte Einstellungen abspeichern und direkt aufrufen.

Ein weiteres Drehrädchen auf der rechten Kameraseite ist dazu da, um die oben genannten Einstellungen zu ändern. Für die Belichtungskorrektur (+/-),den Weißabgleich (WB für White Balance) sowie die Einstellung der Lichtempfindlichkeit (Iso) gibt es meist jeweils ein eigenes kleines Knöpfchen.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-875086/2

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Verfasser: dpa-infocom GmbH

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