Was die Aufhebung des Türkei-Reisewarnung bedeutet

05.08.2020
Gute Nachrichten für Türkei-Urlauber: Durch die Aufhebung der Reisewarnung können Veranstalter wieder Pauschalurlaub anbieten. Was es nun reiserechtlich zu beachten gilt.
Durch die Aufhebung der Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsregionen ist Pauschalurlaub dort wieder möglich. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
Durch die Aufhebung der Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsregionen ist Pauschalurlaub dort wieder möglich. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Kehl (dpa/tmn) - Durch die Aufhebung der Reisewarnung für die wichtigsten türkischen Urlaubsregionen ist Pauschalurlaub dort wieder möglich. «Reiseveranstalter werden nun wieder Urlaube in der Türkei anbieten, und es wird auch wieder mehr Flüge geben», erklärt Sabine Blanke vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland in Kehl.

Wie Reisewarnung und Stornorecht zusammenhängen

Das heißt andersherum: Wer eine Buchung für einen Türkei-Urlaub in einer der entsprechenden Regionen hat, die vom Veranstalter noch nicht storniert wurde, kann jetzt in den allermeisten Fällen nicht mehr ohne Stornogebühren kündigen. «Grundsätzlich können Pauschalurlauber kostenlos von einer Reise zurücktreten, wenn es eine Reisewarnung gibt und der Urlaub kurz bevorsteht», erläutert Blanke.

Das sei bei der Türkei jetzt eher nicht mehr möglich, so die Juristin. «Denn mit der Reisewarnung fällt das größte Indiz weg, dass eine Reise nicht möglich sein wird.» Allerdings komme es auf den Einzelfall an: Wenn wesentliche gebuchte Leistungen nicht erbracht werden können, sei dennoch ein Rücktritt vom Vertrag möglich.

Besser eine Pauschalreise buchen

Die Expertin rät, sich genau zu überlegen, ob man nun in die Türkei reisen will - und vor allem wie. «Ich würde Urlaubern eher zu einer Pauschalreise raten, weil man damit besser abgesichert ist», sagt Blanke. «Man kann vom Vertrag zurücktreten, falls doch wieder eine Reisewarnung ausgesprochen wird.» Und im Krisenfall bringt der Veranstalter seine Gäste auf eigene Rechnung nach Deutschland.

Individualreisende konnten auch vor der Aufhebung der Reisewarnung in die Türkei - die Warnung der Bundesregierung ist kein Reiseverbot.

Urlauber sollten im Hinterkopf haben, dass sich die Lage jederzeit wieder ändern kann. «Man darf jetzt nicht davon ausgehen, dass alles vor Ort wie vorher ist und es keine örtlichen Auflagen gibt», so Blanke. Am besten informieren sich Reisende beim Auswärtigen Amt oder bei der deutschen Botschaft in der Türkei stets über die Lage.

Die Türkei ist für deutsche Urlauber das drittbeliebteste Reiseland nach Spanien und Italien. Der Urlaubsort Antalya ist eine der bedeutendsten Tourismushochburgen am Mittelmeer überhaupt.

© dpa-infocom, dpa:200805-99-51337/2

Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die Ferne ist wegen Corona noch ferner als sonst: Auslandsreisen sind meist nur unter strengen Auflagen möglich. Foto: Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn Corona: Was die neue Testpflicht für Flugreisende bedeutet Ein Coronatest vor der Rückreise mit dem Flugzeug nach Deutschland wird Pflicht - und zwar für jedes Reiseziel im Ausland. Welche Folgen hat die Hauruck-Entscheidung für Urlauber?
Strandkörbe auf Sylt: In den deutschen Urlaubsorten dürfte es im Sommer voll werden. Foto: Axel Heimken/dpa/dpa-tmn Was Sie jetzt zur Urlaubssaison wissen müssen Das Impftempo und die geplante Öffnung des Tourismus rund ums Mittelmeer machen Hoffnung auf den Sommerurlaub. Schon jetzt zeigt sich: Geimpfte werden es wohl häufig leichter haben.
Spanien wurde zum Hochinzidenzgebiet erklärt - das hat Auswirkungen für viele Reisende. Foto: Andreas Drouve/dpa-tmn Kann ich meine Reise nach Spanien jetzt absagen? Spanien wird Hochinzidenzgebiet. Doch viele haben den Urlaub dorthin schon gebucht. Können sie ihre Reise nun ohne Stornokosten absagen? Juristisch ist diese Frage noch Neuland.
Urlauber am Strand von Arenal auf Mallorca: Reisen sind auch 2021 mit einer großen Unsicherheit behaftet. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Was taugen die neuen Gratis-Storno-Tarife? Mehr bezahlen und dafür auch kurzfristig ohne Stornogebühren den Urlaub absagen können: Dieses Angebot machen gerade viele große Pauschalreiseanbieter. Verbraucher sollten aber genau hinschauen.