Wann darf der Pflegegrad zurückgestuft werden?

19.07.2019
Wird der Pflegegrad zurückgestuft, erhalten Betroffene weniger Leistungen. Die Pflegekasse muss sich dabei an genaue Vorgaben halten. Ist ein Widerspruch trotzdem möglich?
Bei einer Rückstufung des Pflegegrades müssen Pflegebedürftige die Gelegenheit bekommen, ihre Interessen zu vertreten. Foto: Arno Burgi
Bei einer Rückstufung des Pflegegrades müssen Pflegebedürftige die Gelegenheit bekommen, ihre Interessen zu vertreten. Foto: Arno Burgi

Mainz (dpa/tmn) - Bei Pflegebedürftigen entscheidet der sogenannte Pflegegrad über den Umfang der ihnen zustehenden Leistungen. Der kann sich je nach Verschlechterung oder Verbesserung des Zustands erhöhen oder verringern. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf die Betroffenen haben. 

Dafür muss die Pflegekasse aber nachweisen, dass sich der Zustand des Versicherten im Vergleich zum Vorgutachten wesentlich verändert hat, wie die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erklärt. 

Die Betroffenen müssen demnach auch die Gelegenheit erhalten, ihren Standpunkt darzulegen, und können Widerspruch einlegen. Zudem gibt es einen Sonderfall bei Personen, bei denen im Rahmen der Pflegereform 2017 die Pflegestufe auf einen Pflegegrad umgestellt worden ist: Sie dürfen nur zurückgestuft werden, wenn sie überhaupt nicht mehr als pflegebedürftig gelten.

Informationen des Bundesgesundheitsministeriums zu Pflegegraden


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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