Videospielfiguren bekommen in New York eigene Ausstellung

07.12.2018
Was wäre «Red Dead Redemption 2» oder «The Witcher 3» ohne die vielen Hintergrundfiguren? Einige Computerspiele sind berühmt für diese nicht spielbaren Charaktere. In New York werden sie jetzt zum Mittelpunkt einer Ausstellung.
In der Postmasters Gallery in New York sind derzeit die Arbeiten des kanadischen Künstlers Alex McLeod zu sehen. Foto: Johannes Schmitt-Tegge
In der Postmasters Gallery in New York sind derzeit die Arbeiten des kanadischen Künstlers Alex McLeod zu sehen. Foto: Johannes Schmitt-Tegge

New York (dpa) - In komplexen Videospielen bevölkern Hunderte Figuren die virtuellen Welten. Diesen nicht spielbaren, sogenannten «Non-Player Characters» (NPC) ist in New York nun eine eigene Ausstellung gewidmet.

Der kanadische Künstler Alex McLeod zeigt in der Postmasters Gallery Figuren, die sich in Videos in endlosen Zyklen von Geburt und Wiedergeburt in sich selbst verwandeln. Sie glänzen und zerfließen und wirken mit ihren leuchtenden Farben und langsamen Bewegungen meist tapsig, unschuldig und liebenswert.

Gewöhnlich sollen Spieler mit NPC sprechen und umgehen können, etwa um Hinweise zu sammeln oder Aufträge zu erfüllen. Beim im Oktober erschienenen Western-Abenteuer «Red Dead Redemption 2» sind mehr als tausend NPC unterwegs, beim 2014 erstmals erschienenen Fantasy-Spiel «Elder Scrolls Online» sind es sogar mehr als 10.000.

Künstliche Intelligenz habe NPC komplexer gemacht als je zuvor, schreibt die Galerie. «NPC in Spielen mit hohem Budget haben ein virtuelles Zuhause, haben virtuelle Familien, verhalten sich nach programmierter Moral und spüren simulierte Angst.» Bei McLeod starren die Figuren sich selbst an und verstehen sich als im Spiel gefangen. McLeod fragt: Wenn sie virtuellen Schmerz spüren, ist es dann moralisch, sie im Spiel für ihre Existenz zu bestrafen?

Website Alex McLeod

Ausstellung Glamour Modeling


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
In Xbox Live Gold sind auch regelmäßig kostenlose oder günstigere Spiele enthalten. Foto: Andrea Warnecke Welche Angebote lohnen sich bei Spiele-Flatrates? FIFA 18, Naruto, Red Dead Redemption und viele weitere Games: Bei sogenannten Spiele-Flatrates können Nutzer zahlreiche Videospiele gegen eine monatliche Gebühr spielen. Was taugen die Angebote, und ab wann lohnt sich eine Investition?
Männerabend: Auch ruhige Momente wie etwa am Lagerfeuer des Camps gibt es in «Red Dead Redemption 2». Foto: Rockstar Games «Red Dead Redemption 2» ist ein Western für Genießer Mürrische Gangster, unberührte Wildnis, Pferdemist und Pulverdampf: So detailverliebt wie «Red Dead Redemption 2» hat noch kein Spiel den Wilden Westen simuliert. Wer das Mammutwerk von Rockstar Games richtig genießen will, braucht aber viel Zeit und Geduld.
Gamescom-Besucher müssen sich wohl wieder in Geduld üben, wenn sie eine der Neuheiten testen wollen. Schon im vergangenen Jahr zählte die Messe 345 000 Fach- und Privatbesucher. Foto: Marius Becker/dpa GAMESCOM: durchbuchstabiert, was sich in Köln abspielt Zocken, Gucken, Kostümieren - zur Gamescom in Köln werden wieder Hunderttausende Spielefans erwartet. Ein Schwerpunkt ist in diesem Jahr der E-Sport, die Kanzlerin eröffnet die Messe. Drumherum passiert allerdings auch noch viel. Eine Übersicht.
Kanadische Forscher halten es für sinnvoll, 3D-Videospiele für Senioren zu entwickeln. Die Games könnten helfen, Demenz vorzubeugen. Foto: Oliver Berg/dpa Studie: 3D-Videospiele könnten vor Demenz schützen helfen Wer sich fast nur noch in seinen eigenen vier Wänden bewegt, trainiert das für räumliche Orientierung zuständige Hirnareal kaum noch. Spezielle Computerspiele könnten Abhilfe schaffen, glauben Forscher.