Verbotene «Cayla»: Besitzer müssen Puppe vernichten

07.09.2017
Der Spion im Kinderzimmer - dazu könnte die Puppe «Cayla» missbraucht werden. Zumindest hat sie dafür die technischen Voraussetzungen. Die Bundesnetzagentur verbietet nun ihren Gebrauch.
Die Bundesnetzagentur fordert Besitzer der Puppe «Cayla» dazu auf, das Spielzeug zu vernichten. Foto: Silas Stein/dpa
Die Bundesnetzagentur fordert Besitzer der Puppe «Cayla» dazu auf, das Spielzeug zu vernichten. Foto: Silas Stein/dpa

Düsseldorf (dpa/tmn) - Die Puppe «Cayla» soll eigentlich nur ein Kinderspielzeug sein. Da sie allerdings mit einem Mikrofon und einer Kamera ausgestattet ist und außerdem mit dem Internet verbunden werden kann, sieht die Bundesnetzagentur (BNetzS) ein erhebliches Sicherheitsproblem.

Da sie drahtlos senden kann, sei sie eine versteckte, sendefähige Anlage, so die Behörde. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin.

Deshalb darf mit der Puppe nicht mehr gespielt werden. Im Handel erhältlich ist sie schon länger nicht mehr. Das Spielzeug muss sogar vernichtet werden, der Besitz von «Cayla», die von der BNetzA als verbotenes Spionagegerät klassifiziert wurde, ist nämlich strafbar.

Die Vernichtung kann auf einem Recyclinghof erfolgen, oder aber daheim. Ein Foto, auf dem sowohl die Puppe als auch ihre Vernichtung zu erkennen sind, dient als Dokumentation. Beim Recyclinghof kann man sich die Zerstörung des Spielzeugs mit einem Vernichtungsnachweis bestätigen lassen. Das Formular hält die BNetzA auf ihrer Webseite bereit.

Mit Kaufbeleg und Vernichtungsnachweis kann dann beim Verkäufer das Geld zurückverlangt werden. Laut der Verbraucherzentrale stehen die Chancen dafür gut. Die Puppe einfach zurückgeben sollte man in keinem Fall. Davon rät die BNetzA ausdrücklich ab. Wer die Puppe nicht freiwillig zerstört, kann durch die Behörde per Verwaltungsakt dazu aufgefordert werden. Das kann schlimmstenfalls auch per Zwangsgeld in einer Höhe von bis zu 25 000 Euro durchgesetzt werden.

Bundesnetzagentur Erklärung Telekommunikationsgesetz

Formular Vernichtungsnachweis (pdf)

Verbrauchterzentrale NRW zur Puppe Cayla


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Viele Informationen tippt man tagtäglich in die Messenger-App. Damit niemand mitlesen kann, sollte man auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Wert legen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Chat-Alarm: Was man über Messenger wissen sollte Ein Smartphone ohne Messenger? Findet man nur noch selten. Das breite Angebot an entsprechenden Apps macht es möglich. Nutzer sollten Messenger-Anwendungen aber erst einmal gründlich unter die Lupe nehmen, bevor sie ihnen vertrauen und sie nutzen.
Die Bundesnetzagentur fordert Besitzer der Puppe «Cayla» dazu auf, das Spielzeug unschädlich zu machen. Foto: Silas Stein/dpa Verbotene «Cayla»: Besitzer müssen Puppe unschädlich machen Der Spion im Kinderzimmer - dazu könnte die Puppe «Cayla» missbraucht werden. Zumindest hat sie dafür die technischen Voraussetzungen. Wer das Spielzeug besitzt, sollte das Mikrofon herausnehmen oder entsorgen.
Die digitale Version des Janosch-Klassikers «Oh, wie schön ist Panama» erweckt die Bilderbuch-Figuren auf dem Mobilgerät quasi zum Leben. Fotomontage: Werbedesign Soyka Foto: Werbedesign Soyka Von Janosch bis Rennauto: Kinder-Apps für Mobile Geräte Rennautos per Handy steuern, Brettspiele mit Smartphone-Support und Kinderbuchklassiker als App: Das Angebot an digitalem Spielzeug für Kinder ist heute breiter und vielfältiger als je zuvor. Was es für Eltern umso schwieriger macht, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Kaum daumengroß passt die SD-Karte in jedes Gepäck. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn Worauf es bei Speicherkarten ankommt Ob Smartphone, Tablet oder Kamera: Viele Geräte lassen sich per Speicherkarte erweitern oder funktionieren erst gar nicht ohne. Auch wenn es kaum noch unterschiedliche Formate gibt: Diverse Klassifizierungen spielen eine entscheidende Rolle.